Europäer streichen Auslandsurlaub

Die Wirtschaftskrise hinterlässt nun auch in der Tourismusbranche ihre tiefen Spuren. Dem aktuellen "EU-Urlaubsreport 2009" der Europäischen Kommission nach http://ec.europa.eu will die Hälfte der Europäer lieber im eigenen Land bleiben, anstatt sich Urlaub im Ausland zu gönnen.

Für die bevorstehende Winterurlaub-Saison verdeutlichen bereits jetzt schon die Zahlen den erwarteten wirtschaftlichen Abschwung. Laut dem Brüsseler Bericht wollen 42 Prozent der Urlauber angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sogar auf ihren Winterurlaub verzichten. Weiter zeigte die Untersuchung, dass hierbei teilweise sehr große Unterschiede zwischen Städtern und Landbewohnern bestehen.

Die aktuelle EU-Statistik macht zudem deutlich, dass der Anstieg bezüglich derer, die 2009 im eigenen Land bleiben und dort Urlaub machen wollen, gegenüber 2008 inzwischen fünf Prozent zugenommen hat. Bezogen auf Deutschland heißt dies, dass jeder dritte Deutsche im Inland verreisen will. Die Umfrage unter 27 EU-Mitgliedsstaaten kommt jedoch auch zu dem Ergebnis, dass mit 41 Prozent rund die Hälfte der Bundesbürger angab, sich einen Urlaub 2009 trotz Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit problemlos leisten zu können. Dass die Krise auch bei den Verbrauchern angekommen ist, lässt sich darin erkennen, dass 36 Prozent der Urlauber aus Deutschland nachrechnen müssen und acht Prozent verzichten.

"Wie auch die EU kommen wir zu einem ähnlichen aktuellen Ergebnis für Deutschland. Zwar wird die Wirtschaftskrise vielerorts als besorgniserregend wahrgenommen. Dennoch ist es zumindest nach unseren Analysen so, dass sich ein Großteil der Deutschen noch nicht von der Krise in die Suppe spucken lässt", sagt Ulf Sonntag, Tourismusexperte und Projektleiter bei der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. . Laut dem Fachmann gibt es daher noch keine zwingende Tendenz dazu, wegen der Krise einen Inlandsurlaub durchführen zu müssen. Anders als in Deutschland können sich die Niederländer (66 Prozent) und Finnen (69 Prozent) einen längeren Urlaub im Ausland leisten.

"Die Ergebnisse zeigen, wie robust die europäische Tourismusbranche ist", unterstreicht EU-Industriekommissar Günter Verheugen im Rahmen der Präsentation des Berichts. Beliebteste Reiseziele der Europäer waren im vergangenen Jahr vor allem Spanien (14 Prozent) sowie Italien (zwölf Prozent) und Frankreich (elf Prozent). Die Bundesrepublik hingegen steht im EU-weiten Ranking auf Platz vier - rund sechs Prozent der EU-Bürger verbrachten 2008 den Urlaub in Deutschland. Die meistbesuchten Urlaubsziele außerhalb der EU waren 2008 vor allem die Türkei (drei Prozent), die USA und Kroatien (beide zwei Prozent).


Artikel vom: 2009-04-07 10:55:00