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Der Weg zum Euro-Azubi

Der Wettbewerb zeigt, dass viele Jugend­liche und ihre Ausbilder den Mut haben, auch unkonventionelle Wege zu beschreiten und soziale Verantwortung zu übernehmen.“ Das sagte Ernst Burgbacher, Staats­sekretär im Bundeswirtschaftsministerium bei der Preisverleihung des Ausbildungs-Asses 2012 in Berlin. Damit werden jedes Jahr die besten Ausbilder Deutschlands ausgezeichnet.

Bereits zum 16. Mal wurden Unternehmen und Initiativen geehrt, die sich in besonderer Weise für die Ausbildung und Förderung von Jugendlichen einsetzen. Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) und die Junioren des Handwerks vergeben den Preis, der von der Inter Versicherungsgruppe mit 15 000 Euro gefördert wird, in Kooperation mit dem WirtschaftsKurier. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie Philipp Rösler werden in drei Kategorien jeweils 2 500 Euro für den Erstplatzierten, 1 500 Euro für den Zweitplatzierten und 1 000 Euro für den Drittplatzierten vergeben.

Deutschland steht beim Thema Berufsausbildung gut da: Bei rund 8 % liegt die Jugendarbeitslosigkeit hierzulande – das ist der beste Wert in der EU. In Griechen­land oder Spanien haben über 50 % der unter 25-Jährigen keine Beschäftigung. Allerdings kämpft Deutschland mit dem Fachkräftemangel und viele Betriebe finden keine Auszubildenden für ihre Lehrstellen.

In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf: Könnten arbeitslose Jugendliche aus südeuropäischen Ländern hier eine Ausbildung erhalten und damit die deutschen Probleme lösen helfen? Das ist grundsätzlich ein interessanter Ansatz, aber er bringt auch viele Probleme mit sich, wie die Diskussion zeigte.

In Europa fehlen Plattformen, um einen solchen Austausch zu organisieren. Die Fachkräfte-Initiative „Make it in Germany“ beispielsweise wendet sich an ­bereits ausgebildete Arbeitnehmer. „Die EU plant aber derzeit ein solches Projekt“, sagte Burgbacher. 

„Bei der Umsetzung in die Praxis stößt man auf viele Schwierigkeiten“, berichtete Frank Berting, Bundesvorsitzender der Junioren des Handwerks, von seinen Erfahrungen mit einem englischen Azubi-Austauschprojekt. Die Jugendlichen sind meist noch nicht volljährig und benötigen eine entsprechend intensive Betreuung. Eine Hürde sind auch die Fremdsprachenkenntnisse, vor allem wenn es um andere EU-Länder als England geht.

Auch ist der Fachkräftemangel in Deutschland nicht in allen Regionen und Berufen gleich stark zu spüren. „In der Assekuranz gibt es so gut wie keine Nachwuchssorgen“, sagte Peter Thomas, Vorstandsvorsitzender der Inter Versicherungsgruppe.

Holger Kaufmann, Mitglied des WJD-Bundesvorstands, betonte, dass neben der Anwerbung von Jugendlichen aus dem Ausland auch wichtig sei, die jungen Leute im eigenen Land weiter zu fördern. „8 % Jugendarbeitslosigkeit sind noch immer zu viel.“ Überdies befinden sich bis zu 300 000 Jugendliche in Deutschland in sogenannten Übergangssystemen. Dort werden sie mit zahlreichen Maßnahmen weiterqualifiziert, da sie trotz der guten Situation am Lehrstellenmarkt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Grund für die niedrige Jugendsarbeitslosigkeit in Deutschland sei das duale Ausbildungssystem – darin waren sich die ­Diskutanten einig. Staatssekretär Burgbacher setzt sich auf jeder seiner Auslandsreisen für die Akzeptanz ein – und stößt auf großes Interesse. Allerdings können die EU-Länder ihre beruflichen Bildungssysteme, die meist eher ein Training on the Job sind, nicht so schnell ausbauen. „Aus deutscher Sicht können wir deshalb nur ­immer für die duale Ausbildung werben, die dazu führt, dass die Berufsausbildung qualitativ hochwertig und für junge Menschen attraktiv ist“, sagte Dirk Binding, Bundesgeschäftsführer der WJD.

Die Preisträger

Kategorie Industrie, Handel, Dienstleistungen
1. Platz   Esta Apparatebau
2. Platz   Ramme
3. Platz   Leoni Kabel Holding

Kategorie Handwerk
1. Platz   Groha Frisuren
2. Platz   Alte Schmiede Kfz-Werkstatt
3. Platz   Malermeister Michael Kiwall
Sonderpreis    Cherier Elektrohandel * Elektromontage

Kategorie Ausbildungsinitiativen
1. Platz   Erich-Kästner-Realschule
2. Platz   Kfz-Innung München-Oberbay.
3. Platz   Bildungsgesellschaft Pritzwalk

Elwine Happ-Frank


Artikel vom: 2012-12-30 10:35:00
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