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Bremsklötze für die IT

Die IT-Branche leistet aufgrund ihrer außerordentlich hohen Wissensintensität und Innova­tionsorientierung einen zentralen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem Weg zur sogenannten Knowledge Economy. Steigende Umsätze und eine hohe Gründungsdynamik führen dazu, dass sich auch hierzulande stark wachsende Ballungszentren der IT-Branche bilden, die viele neue und hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Die deutsche IT-Branche ist jedoch durch zahlreiche kleine Unternehmen geprägt. Nur wenige wachsen auf bis zu 100 und mehr Beschäftigte. Und globale IT-Player wie Amazon, Apple oder Google sucht man in Deutschland noch vergeblich.

Ursachenforschung bei den Betroffenen

Eine Studie mit Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI ging der Frage nach, warum das so ist und welchen Wachstumshemmnissen sich IT-Dienstleister gegenübersehen. Befragt wurden 689 IT-Unternehmen. Diese konnten aus einer Vielzahl an möglichen Einflussfaktoren aus elf übergeordneten Bereichen diejenigen angeben, die sie als Erschwernis für ein stärkeres Umsatzwachstum ansahen. Als besonders hinderlich wurden vor ­allem die Bereiche Steuern und Bürokratieaufwand, Verfügbarkeit von Personal- und Managementkapazitäten sowie der Zugang zu öffentlichen Förderangeboten und Finanzierungen angesehen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind es nicht nur einzelne dieser Hürden, sie müssen oftmals mit einer Vielzahl unterschiedlicher Hemmnisse zugleich umgehen.

Interessant ist jedoch ein genauer Blick auf die Detailaspekte: Beklagt wird im Bereich Steuern weniger die Steuerhöhe, sondern häufiger der unternehmensinterne Aufwand aus der Komplexität der damit verbundenen Regelungen. Noch häufiger sind die Klagen über Bürokratiebelastungen aus der Sozialversicherung und die Fülle zu berücksichtigender Verwaltungsvorschriften. Sie binden die gerade in kleinen Unternehmen knappen personellen Kapazitäten und verursachen hohe Kosten.

Fachkräftemangel – wie immer dabei

Da schon seit Jahren der Fachkräftemangel gerade im IT-Bereich akut ist, überrascht die hohe Bedeutung von Personalengpässen als Wachstumshürde für viele IT-Dienstleister nicht. Diese äußern sich in zeitlich und fachlich beschränkten Kapazitäten beim vorhandenen Personal sowie in Problemen bei Neueinstellungen (unter anderem aufgrund von rechtlichen Vorschriften). Gerade Unternehmen, die ein hohes Umsatzwachstum anstreben, sind davon betroffen.

Dagegen ist der Zugang zu externen Finanzierungsquellen nicht ganz so problembehaftet. Bei einem Drittel der befragten Unternehmen wirken sich fehlende Sicherheiten oder zu hohe Kosten für eine Kreditaufnahme, hohe Risiken bei der Vorfinanzierung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie ein eingeschränkter Finanzierungsspielraum bei der Hausbank limitierend aus. Zwar stuft eine Mehrheit der Befragten den Bereich Zugang zu öffentlichen Fördermaßnahmen als Wachstumserschwernis ein, doch zeigt gerade hier die detailliertere Betrachtung, dass die IT-Dienstleister die eigentlichen Ursachen intern sehen, in unzureichenden eigenen Kenntnissen zu Förderangeboten und fehlenden Erfahrungen mit der Beantragung. Eine zu geringe Förderhöhe, unzureichende Förderquoten oder eine lange Zeitspanne bis zum Mittelfluss sind nicht das Problem.

Relativ selten wurde im Rahmen der Studie das Branchen­umfeld wie etwa Regelungen zum Schutz geistigen Eigentums oder fehlende technologische Standards als besonderer Hemmschuh für wachsende IT-Unternehmen genannt.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein deutlicher Abbau von Bürokratiebelastungen und Steuerkomplexität, ein Fokus auf eine frühzeitige und praxis­nahe IT-Ausbildung in unserem Bildungssystem sowie eine praxis­nahe Kommunikation der öffentlichen Förderangebote Ansatzpunkte sind, die zur Beseitigung von Wachstumsschwierigkeiten bei IT-Dienstleistern beitragen. Dennoch sind diese Unternehmen, so das Ergebnis, relativ wachstumsorientiert. Mehr als ein Drittel plant, den zukünftigen Umsatz um mehr als 15 % jährlich zu steigern, ein weiteres Drittel zielt auf Wachstumsraten zwischen 5 % und 15 % ab.

Die Kernergebnisse der Studie stehen zum Download auf der Homepage des BMWi bereit:
→ http://bitly.com/SWQzy3

Artikel vom: 2012-12-24 10:30:00
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