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Erfinder brauchen Geld

Für Deutschland als Exportnation sind Innovationen das Kapital. Doch damit Innovationen sich durchsetzen, müssen Start-ups und Erfinder gefördert werden. Das Deutsche Institut für Erfindungswesen (DIE) zeichnet mit dem Innovationspreis Diesel­medaille neben den Tüftlern und Denkern auch die Förderer aus. Nominiert sind in der Kategorie „Beste Innovationsförderung“: Seedmatch – Crowdfunding für Startups; EZN – Erfinderzentrum Norddeutschland; das VDI Technologiezentrum; Exist – ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Taschengeld für Ideenreichtum

„Die Bürokratie, mit der man als Gründer in Deutschland belästigt wird, macht es Start-ups leider unnötig schwer“, sagt der Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch, Jens-Uwe Sauer. Der Dieselmedaillen-Nominierte weiß, wovon er spricht: Mit Seedmatch hat er eine Crowdfunding-Plattform geschaffen, die Start-ups finanziert und Investoren mit „kleinem Geldbeutel“ erlaubt, sich an ausgewählten Innovationen zu beteiligen. Durch standardisierte Verträge und Prozesse ist das für alle Beteiligten mit minimalem Aufwand möglich. Im August 2012 ist Seedmatch ein Jahr alt geworden. In den ersten zwölf Monaten wurden bereits 17 Start-ups erfolgreich finanziert und über 7 800 User für die Plattform begeistert. Sauer ist Förderer mit Leib und Seele: „Wir sind in Deutschland geradezu verdammt, mehr Innovationen zu schaffen. Denn nur mit Innovationen haben Unternehmen die Chance auf die Markt- und damit Preisführerschaft.“ Jedoch ist eine gute Idee allein nicht genug. „Sie müssen Ihr Konzept erst richtig rund machen, ein komplemen­täres Team aufstellen und vor allem Ihre Idee verkaufen können. Wenn das stimmt, tut sich der Rest fast von allein auf.“

Spezialist in der Innovationspolitik

Gerade im Ingenieurbereich gibt es traditionell viele Forschungsaktivitäten und Erfindungen. Darum fördert der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gezielt Innovationen. Seit 1975 ist in konsequenter Weiterentwicklung das VDI Technologiezentrum als eine Einrichtung des VDI spezialisiert in der Innova­tionspolitik tätig. Ein interdiszi­plinäres Team aus mittlerweile rund 200 Fachleuten aus Natur-, Geistes- und Technikwissenschaften sowie Öffentlichkeits­arbeitern und Betriebswirten unterstützt sowohl die Ingenieurs-Erfinder, als auch die fördernden Institutionen in Deutschland wie beispielsweise das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das VDI Technologiezentrum versteht sich als Moderator und Promotor. Geschäftsführer Sascha Hermann sieht die Voraussetzungen für Innovationen in Deutschland positiv: „Technologieorientierte, starke Unternehmen in Kombination mit modernen Forschungseinrichtungen sind die Basis für erfolgreiche Entwicklungen. Auch den Menschen im Land ist bewusst, dass technologischer Fortschritt Wettbewerbsvorteile für Unternehmen und neue Arbeitsplätze bedeutet.“ Damit der Nachwuchs gesichert ist, engagiert sich der Verein auch an Schulen: „Der VDI fordert die Einbindung von Technikinhalten in den schulischen Lehrplan, auch vor dem Hintergrund des immer akuter werdenden Fachkräftemangels. Es geht darum, möglichst früh das Interesse der Jugendlichen für technische Berufe zu wecken.“

Erfinder als Wachstumsmotor

„Einer Innovation geht immer eine Erfindung voraus“, heißt es beim Erfinderzentrum Norddeutschland (EZN). Geschäftsführer Andreas Deutsch sieht die Erfinder in Deutschland als essenziellen Wachstumsmotor der Wirtschaft: „Deutschland ist eine Exportnation. Der internationale Erfolg basiert gerade auf den Innovationen, die gegenüber dem Stand der Technik wesentliche wirtschaftliche und technische Vorteile aufweisen und deshalb auf dem Markt gefragt sind. Diese ständigen Innovationen stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und sichern langfristig den Standort Deutschland.“ Initiiert wurde das EZN 1981 vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium als Landesprojekt unter der Trägerschaft der Fraunhofer-Gesellschaft. Seit 1986 ist das EZN eine GmbH, bis heute haben dessen Experten rund 50 000-mal beraten, über 15 000 Erfindungen bewertet und mehr als 2 500 Patentanmeldungen begleitet und gefördert. Besonders stolz ist man auf den Kryptographie-Chip: „Der Student Holger Sedlak entwickelte 1986 einen bahnbrechenden Kryptographie-Prozessor für die externe Ver- und Entschlüsselung von Daten, kurz: den Chip, den jeder auf seiner EC-Karte hat“, erzählt Deutsch. Das EZN war von Anfang an dabei. Sedlaks Chipkartenprozessor ist heute weltweit standardisiert, wird überall verwendet und akzeptiert. Wer es Sedlak nachtun möchte, der braucht neben Mut und Risikobereitschaft aber auch die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich beraten zu lassen, sagt der EZN-Geschäftsführer. Aus seiner Erfahrung resümiert der Experte: „Einzelkämpfer haben praktisch keine Chance.“

Unternehmergeist aus der Uni-Fakultät

„Die Stärkung des Unternehmergeistes und die Verankerung einer Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen“, so lautet das Ziel von „Exist – Existenzgründungen aus der Wissenschaft“, einem Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Im Jahr 1998 initiierte die Bundesregierung Exist.

Das Programm besteht aus verschiedenen Modulen, um Studierende, Absolventen sowie wissenschaftliche Mitarbeiter für die unternehmerische Selbstständigkeit zu sensibilisieren, zu motivieren und eine erste Finanzierung für die Vor- und Gründungsphase bereitzustellen: Exist-Gründungskultur unterstützt Hochschulen vor allem dabei, eine ganzheitliche hochschulweite Strategie für Unternehmergeist zu formulieren und nachhaltig sowie sichtbar umzusetzen. Das Förderprogramm Exist-Gründerstipendium unterstützt die Vorbereitung innovativer, techno­logieorientierter und wissensbasierter Gründungsvorhaben von Studierenden, Absolventen sowie Wissenschaftlern. Der Exist-Forschungstransfer fördert sowohl die Entwicklungsarbeiten zum Nachweis der technischen Machbarkeit forschungsbasierter Gründungsideen als auch die Vor­bereitungen für den  Unternehmensstart. Um das Exist-Gründerstipendium oder den Exist-Forschungstransfer zu beantragen, gibt es in jedem Bundesland Anlaufstellen für Interessierte aus Hochschulen und außeruniver­sitären Forschungseinrichtungen. Die regionalen Netzwerke helfen nicht nur bei der Antragstellung, sondern unterstützen die Gründer auch bei ihren konkreten Vorbereitungen.

Lilian Thau und
Achim von Michel


Artikel vom: 2012-11-17 12:38:00
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