Trends - Hintergründe - Innovationen
Home Kontakt Sitemap 

Aktuelle Printausgabe

Abo WirtschaftsKurier
inkl. 7% MwSt.
Zusendung per Post

Abonnement
27,50 Euro
Studenten-Abo*
20,62 Euro
Mehrfachlieferungen** ab 5 Stück
20,62 Euro

*Bitte gültige Immatrikulations-
bescheinigung an den Verlag senden

** Vorzugspreis kann nur gewährt werden, wenn ein identischer Besteller, Empfänger und Zahler die jeweilige Menge abnimmt


Abonnement Ausland – Jahrespreis
ohne MwSt.
Zusendung per Post

Abonnement
38,40 Euro


Weimer Media Group
Maximilianstraße 13
80539 München

Tel: 08022-7044443
E-Mail: Abo-Bestellung


Das Abonnement verlängert sich automatisch um jeweils ein Bezugsjahr, wenn nicht zwei Monate vor Ablauf gekündigt wird.
Widerrufsgarantie: Sie können die Bestellung innerhalb von zehn Tagen ohne Angabe von Gründen schriftlich bei der Weimer Media Group, Maximilianstraße 13, 80539 München, widerrufen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung (Poststempel).

Beton-Platin

Solche Titel verliert man gern einmal. Noch vor rund 15 Jahren galt Deutschland als „Europameister“ bei den Preisen für Einfamilienhäuser, während etwa die Niederlande oder Großbritannien als günstig galten. Mittlerweile aber hat sich das Blatt gewendet. Nach Berechnungen der Landesbausparkassen (LBS) waren Eigenheime 2011 in vielen anderen Ländern Europas teurer als in Deutschland. Rund die Hälfte mehr kostete das durchschnittliche Einfamilienhaus bei den niederländischen Nachbarn. Auf 23 % bis 35 % belief sich der Preisaufschlag in Großbritannien sowie in Frankreich. „Potenzielle Wohneigentümer finden in Deutschland derzeit die besten Kaufbedingungen vor“, resümieren die LBS-Experten.

Das gilt umso mehr, als die für die Finanzierung anfallenden Hypothekenzinsen heute so niedrig sind wie noch nie. Kein schlechter Zeitpunkt also, um auch bei der Planung des Ruhestands auf die eigenen vier Wände zu setzen. Mehr als die Hälfte der Mieter würde laut Umfragen von TNS Emnid lieber heute als morgen in den eigenen vier Wänden wohnen und nennt als Grund dafür die Altersvorsorge. Kein Wunder: Vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise und turbulenter Devisenmärkte gelten Sachwerte mehr denn je als sicherer Hort. Nachholbedarf gibt es zudem allemal. In Spanien und Italien etwa werden drei Viertel aller Wohnungen von den Eigentümern selbst genutzt. In Deutschland dagegen liegt diese Wohneigentumsquote erst bei 46 %. Andererseits aber sind eben gerade die eingebrochenen Preise in Ländern wie Spanien abschreckende Beispiele dafür, dass auch am Immobilienmarkt Risiken drohen.

Könnte es wegen der rasant gestiegenen Nachfrage auch in Deutschland zu einem solchen Debakel kommen? Die meisten Experten winken ab. „Abgesehen von einigen Ballungsräumen wie München, die preisliche Überhitzungstendenzen zeigen, kann von einem unangemessenen Preis­niveau oder gar einer Preisblase keine Rede sein“, sagt Immo Dehnert, Sprecher des Vorsorgespe­zialisten Wüstenrot  &  Württembergische. Auch Walter Rasch, Prä­sident des BFW Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, sieht eine solche Gefahr derzeit nicht. Er verweist darauf, dass die Hauspreise in Deutschland inflationsbereinigt noch deutlich unter dem Niveau von 1996 liegen. Wie Immobilienblasen wirklich entstehen, zeige dagegen das Beispiel Spanien. Dort sind die inflationsbereinigten Hauspreise zeitweise auf deutlich über 200 % nach oben geschossen. Dafür allerdings gab es auch Gründe. So wurden in Spanien die Immobi­lien oft vollständig mit variablen Kreditzinsen finanziert. Wenn die Schulden bei steigenden Zinsen dann nicht mehr bedient werden konnten, musste plötzlich auch unter dem Einstandspreis verkauft werden. Konsequenz: Die Preisblase ist geplatzt.

Immobilien sind kein Spekulationsobjekt

In Deutschland sieht es anders aus. Hier müssen Immobi­lienkäufer mindestens 20 % bis 30 % Eigenkapital mitbringen und sie kalkulieren mit langfristigen Zinsen. Anders als beispielsweise noch vor Kurzem in Spanien wird auch nicht auf prozentual zweistellige Wertsteigerungen spekuliert. „Bei uns kauft man heute Immobilien, um Geld in Sicherheit zu bringen und vor Wertverlusten zu schützen“, sagt Paul Fraunholz, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH.

Fraunholz sieht in den Preissteigerungen der jüngsten Zeit eher Nachholeffekte, wobei an manchen Standorten die Verluste früherer Jahre noch nicht einmal aufgeholt seien. Doch es spricht für den deutschen Immobilienmarkt, dass die Preise sowohl nach unten wie nach oben relativ moderat schwanken. Experten bescheinigen dem „Betongold“ in Deutschland deshalb auch einen hohen Sicherheitsgrad. „Staatsschulden und Finanzkrise werden zu einer schleichenden Inflation führen und dagegen bietet allen voran die eigengenutzte Immobilie mit langfristiger Zinsbindung Schutz“, sagt Thomas Neumann, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung bestadvice Private Vermögen GmbH in München. Gute Planung ist allerdings auch hier Voraussetzung für den Erfolg. So rät Neumann eher zu Bestands­immobilien, weil bei Neubauten schnell einmal 10 % bis 20 % zusätzliche Kosten für den Bauträger anfallen. Wer über das selbstgenutzte Eigenheim ­hinaus in Mietimmobilien investieren will, sollte zudem kleinere Wohnungen in strukturstarken Lagen außerhalb der Ballungszentren suchen. „Bei Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen winkt eine höhere Rendite als bei Ein­familienhäusern und der Anleger kann seine Investition zudem leichter auf mehrere Objekte streuen“, so Neumann.

Auch Gold wird immer wieder als solides Investment für sicherheitsorientierte Anleger genannt. Der Wert des Edelmetalls hat sich in den vergangenen fünf Jahren bereits verdoppelt. Gegenüber dem Höchststand von 1 900 US-Dollar hat Güldenes in diesem Jahr aber auch schon einmal mehr als 15 % an Wert verloren. Was also bietet mehr Sicherheit: Gold oder die Immobilie? Experte Neumann würde auf keines von beiden verzichten. „Gold ist die ultimative Versicherung für den Worst Case und bietet ebenso wie die Immobilie Schutz vor der Papiergeldentwertung“, sagt der Vermögensverwalter.

Norbert Hofmann


Artikel vom: 2012-08-09 12:16:00
ANZEIGE