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Ein Parfüm aus Transparenz und Schwarzpulver

Kommentar von Rainer Bonhorst

Wird Deutschland, nachdem es grün geworden ist, jetzt zum Tummelplatz von Piraten? Sehnen wir uns nach dem Schrecken der Karibik? Die Sehnsucht scheint da zu sein, betrachtet man die Erfolge der Piraten, von denen eine altehrwürdige Partei wie die FDP nur noch träumen kann.

Eine Prise Sehnsucht tut dem Menschen immer gut, wie jeder Kaufmann und jeder Hersteller begehrenswerter Dinge oder Dienstleistungen weiß. Aber sie sollte gut eingepackt sein in Vernunft und Wirklichkeitssinn, sonst verliert man sich in gefährlichen Träumen.

Auch die anderen Parteien wurden einmal von Sehnsüchten angetrieben, waren sie nun sozialer, freiheitlicher, abend­ländischer oder ökologischer Natur. Viele davon liegen unter Jahrzehnten des Umgangs mit der Wirklichkeit begraben. Die Piraten bieten Sehnsucht pur. Sie verströmen ein Parfum namens Transparenz. Und fast jeder Fünfte kauft es schon, als handele es sich um Brot und Butter.

Die unausbleibliche Ernüchterung könnte man in Ruhe abwarten. Allerdings zeigt der Erfolg der Piraten jetzt schon deutlicher als alle Reden und Leitartikel, wie tief und breit der Canyon ist, der zwischen Wählerwunsch und Politik-Wirklichkeit klafft. Nur so lässt sich auch der sonst unerklärliche Niedergang der eigentlich dringend notwendigen FDP erklären. Der Niedergang der einen und der Aufstieg der anderen sind, obgleich nicht unmittelbar miteinander verbunden, zwei Seiten einer Medaille.

Die Enttäuschung über den politischen Betrieb ist so tief, dass viele Wähler dem neuen, frechen Lehrling mehr zutrauen als den alten Meistern. Im wahren Leben wäre dies grotesk und unvorstellbar. In der Politik ist so etwas möglich, wenn zwei Dinge zusammenstoßen: hier der Autismus der Amtsinhaber, dort die Sehnsüchte eines Volkes, das sich gern romanti­sierend über die ungeliebte Politik erhebt.

Wie wird „die Politik“ damit umgehen? Sie hat uns ganz gut durch die Eurokrise geholfen. Aber die neue parteipolitische Gemengelage verspricht wenig Gutes und viel Hektik. Für die Kunden der Politik, ob Bürger, ob Unternehmer, heißt es wieder: Augen auf und durch!


Artikel vom: 2012-05-17 16:07:00
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