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Das Handelsblatt wagt die Medienrevolution

Die Financial Times musste aufgeben. Impulse und Capital kämpfen ums Überleben. Die Wirtschaftsmedien in Deutschland stecken in einem dramatischen Umbruch. Nun wagt das Handelsblatt den großen Wurf.

Die Revolution der deutschen Wirtschaftsmedien kommt aus Düsseldorf. In der dortigen Handelsblattzentrale wird die Zeitung der Zukunft gestartet. Und zwar nicht im Marktforschungs-Labor oder in einer universitären Testreihe. Die führende Wirtschaftszeitung Deutschland wird schlagartig zum Hybrid. Es ist ein wenig wie damals mit Toyota und den Hybridmotoren. Denn fortan gibt es das Handelsblatt nicht mehr nur mit einem Antrieb aus der Druckerpresse – sondern gleich mit dreien.

Handelsblatt Live – die digitale Tageszeitung des Handelsblatt ist gestartet: Ab sofort erscheint die neue iPad-Applikation mit Videoformaten, Realtime-Kursen und Möglichkeiten der Personalisierung drei Mal täglich, um 6.00 Uhr, 12.00 Uhr und 20.00 Uhr. Die Frühausgabe wird von dem Redaktionsteam in New York und den Korrespondenten in Asien erstellt. Die 12-Uhr-Ausgabe kommt aus dem Newsroom in Düsseldorf und die 20-Uhr-Ausgabe ist identisch mit der Printausgabe des nächsten Tages - “wie gedruckt, nur schneller”, verkündet der Verlag.

Der Erfinder der Live-Zeitung heißt Gabor Steingart, Chefredakteur und Geschäftsführer der Traditionszeitung, die Jahrzehnte für ihr konservatives Agieren bekannt war und nun aufbricht wie ein jugendlicher Revolutionär. Denn Steingart hat vor der Live-Schaltung schon eine journalistische Revolution eingeleitet. Was einst eine klassische Zeitung mit Nachrichtenorientierung war ist unter seiner Ägide ein Magazin mit hohem analytischen und dramaturgischen Charakter geworden. In der Branche spricht man auch vom “Wirtschafts-Spiegel”, den Steingart (einst Spiegelreporter) aus dem Blatt gemacht habe.

Wegen seines Mutes ist Steingart nun zum Medienmann des Jahres gewählt worden. Bei der Preisverleihung in Frankfurt begründete der Spiegel-Chefredakteur und Laudator Mathias Müller von Blumencron die Entscheidung so: „Gabor Steingart hat die alte Tante Handelsblatt in ein Experimentierlabor verwandelt, in dem kein Tag wie der andere ist. Aus einer biederen Wirtschaftszeitung ist ein unberechenbares Medium geworden, eine furiose Mischung aus exklusiven Nachrichten, pointierten Meinungsbeiträgen und überraschenden Themen.“ 

Das Konzept “Handelsblatt Live” wird für die ganze Branche einen Pilotcharakter haben. Die großen Medienkonzerne in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München schauen gebannt an den Rhein. Sollte die Revolution aus Düsseldorf funktionieren, dann dürften sich bald auch andere Zeitungen zu Hybriden wandeln. Zu den wichtigsten Funktionen der Handelsblatt-App gehören ein Branchenmonitor, der aktuelle Infos und detaillierte Hintergrundberichte für alle wichtigen Wirtschaftszweige liefert, moderne Infografiken, ein Marktdatencenter mit Realtime-Kursen sowie die Rubrik „Zweite Meinung“, die die Meinungen anderer Zeitungen widergespiegelt. Hinzu kommen ein tägliches Videoformat mit dem bekannten US-Börsenkorrespondent Markus Koch von der Wall Street in New York sowie der „Faktencheck“ mit Bert Rürup, dem ehemaligen Chef der Wirtschaftsweisen und Präsident des neu gegründeten Handelsblatt Research Institute.

Gabor Steingart kommentiert in seiner Rolle als Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt den Launch so: „Handelsblatt Live ist Journalismus für eine neue Generation und ein wichtiger Meilenstein in unserer Digitalstrategie. Wir haben viel Leidenschaft und Geld in diese Tageszeitung investiert, jetzt sind die Leserinnen und Leser dran.“ Und was kostet der Spaß für den Leser-User-Livereader? Als Startangebot gibt es Handelsblatt Live sieben Tage kostenlos zum Testen. Danach kostet ein Wochenabo 9,99 Euro, ein Monatsabo 39,99 Euro. Abonnenten der Handelsblatt- Printausgabe zahlen einen monatlichen Aufschlag von 9,99 Euro. 

Das Handelsblatt nutzt die Krise als Chance. Just in dem Moment, da der größte Konkurrent aufgeben mußte, wagt es etwas völlig Neues. Die Düsseldorfer sind die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache – sie hätten sich mit Sparprogrammen noch profitabel über ein paar Jahre retten können. Doch Steingart reicht das nicht. Er treibt seine 200 Redakteure, Korrespondenten und ständige Mitarbeiter voran in die elektronische Zukunft. Handelsblatt Online erreicht bereits jetzt monatlich bis zu 16 Millionen Visits und rund 70 Millionen Page Impressions und ist das führende Wirtschaftsportal in Deutschland. 2012 wählten die Leser Handelsblatt Online zur besten Finanzen-Website des Jahres. Die Kraft ist schon mal da.


Artikel vom: 2013-03-05 13:27:00
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