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Sicher ist sicher

Euro-Krise, Inflationsgefahr und Niedrigzins: In unsicheren Zeiten weiß niemand so richtig, wohin mit seinem Geld. Und je höher das Kapital ist, desto größer ist die Unsicherheit – denn natürlich kann man dann auch mehr verlieren. Mehr als die Hälfte der vermögenden Deutschen wissen derzeit nicht, wo sie ihr Geld anlegen sollen, wie kürzlich die Studie „Walser Anlage-Trends 2012“ ergab. Viele Anleger verhalten sich so, wie sich Menschen naturgemäß bei Angst verhalten: Sie begehen die Flucht nach vorn à la „fight & flight“, mit kopflosen Investitionen, oder sie verfallen in Schockstarre und tasten ihr Kapital überhaupt nicht mehr an.

Doch weder das eine noch das andere führt gewinnbringend oder zumindest vermögenser­haltend zum Ziel: Unüberlegtes Anlegen in möglicherweise un­sichere Aktien oder Sachwerte birgt Risiken, denn eine solide Investition will in der Regel gut geplant und wohldurchdacht sein. Wer sich also aus Angst vor der Euro-Krise für die Planung der Anlagestrategie wenig oder keine Zeit nimmt und nicht alle Aspekte der entsprechenden Kapitalanlage abwägt, setzt sich schnell einem größeren Risiko aus. Wer zu den übrigen 50 % der Menschheit gehört, die durch Angst handlungsun­fähig werden oder sich denken, wenn das Geld nicht angefasst wird, passiert auch nichts, ist nicht besser beraten, ermittelte die Studie. „Ein geparktes Vermögen schrumpft durch Infla­tion und Steuern faktisch“, weiß Jürgen Herter, Leiter Private Banking der Walser Privatbank.

Kalkuliertes Risiko für das Vermögen

Insgesamt ist den vermögenden Anlegern bei der Investition derzeit das kleinstmögliche Risiko am wichtigsten, kam durch die Studie außerdem zutage. Die beliebteste Kapitalanlage-Strategie stützt sich somit neben der sicheren Anlage in Staats- und Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe auf eine risikoarme Streuung des Vermögens auf verschiedene Assetklassen wie Aktien, Immobilien und andere Sachwerte. Die Fürst Fugger Privatbank in Augsburg empfiehlt beispielsweise neben einem Grundstock aus soliden Staatsanleihen der BRD und der Länder sowie Pfandbriefen eine Anlage in Unternehmensanleihen von Gesellschaften, die sie auch als Aktien kaufen würde. „Das können neben Klassikern wie E.ON und RWE auch Anleihen von Emittenten wie HeidelbergCement oder Continental sein“, berichtet Hans-Jörg Schreiweis, persönlich haftender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Fürst Fugger Privatbank. Bei der Beratung simuliert das Augsburger Institut zudem „zigtausend mögliche ­Kapitalmarktszenarien“, bevor es seinen Kunden ein möglichst ­optimal gestreutes Portfolio aus Staatsanleihen, Pfandbriefen, Unternehmensanleihen, Aktien- und Rohstoff-Fonds sowie ausgesuchten Einzelaktien – abhängig von der Risikobereitschaft des Investors – zusammenstellt.

Walser-Experte Herter rät außerdem zu einer Streuung auf unterschiedliche Währungsräume und geografische Regionen. Da aufgrund der derzeitigen Unsicherheit weder eine In- noch eine Deflation ausgeschlossen werden könne, sollten außerdem Sachwerte sowie festverzinsliche Wertpapiere in keinem Portfolio fehlen – den Anteil macht der Fachmann an der Risikofreude des Anlegers fest. Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand Wealth Management der Commerzbank, zeigt gerade für dieses Segment eine Steigerung der Bedeutung für das Anlage-Portfolio seiner Kunden auf: „Generell gilt, dass wir heute einen höheren Anteil Risikoassets empfehlen. Dazu ­gehören natürlich Aktien – aber auch Rohstoffe, Unternehmens- oder Fremdwährungsanleihen.“

Strategie immer wieder neu prüfen

In einer durchdachten und breit gefächerten Anlage sieht auch Alois Ebner, Vorstandsmitglied der Bank Vontobel Europe, den sinnvollsten Weg für den Vermögenserhalt: „Wichtig ist eine ausgewogene Struktur des Depots durch eine vernünftige Diversifizierung.“ Doch damit allein ist der Kapitalerhalt nicht getan. „Das Marktregime stellt neue Anlageforderungen, denen mit einer aktiven Anlagestrategie, die Renditen auf Basis eines strikten Risikobudgets maximiert, begegnet werden muss“, weiß der Finanzexperte. Somit sollte der Anleger seine Investitionsstrategie immer wieder überprüfen – und bei Bedarf Änderungen durchführen.

Für die Streuung gibt es jedoch keine pauschale Lösung. „Hier gilt es, Risikomentalität, Anlagehorizont und die Wünsche des Kunden zu berücksichtigen“, fasst Holtkemper die wichtigsten Faktoren zusammen. Vontobel-Vorstand Ebner nennt einen Richtwert für ein robustes Anlage-Portfolio mit wenig Verlust und steter Rendite: 20 % solide Staatsanleihen, 15 % Anleihen der Emerging Markets, 20 % Unternehmensanleihen sowie 25 % Aktien, 10 % Gold und jeweils 5 % ­alternative Anlagen wie Hedgefonds.

Für den Vermögenserhalt und die Aussicht auf Rendite in unsicheren Zeiten eignen sich laut Schreiweis auch Dividendenaktien. „Neben Renditeimmo­bi­lien und einem Notgroschen in Gold sind Aktiengesellschaften mit einem aussichtsreichen Geschäftsmodell sowie guten Gewinn- und Dividendenprognosen sicher ratsam“, erklärt der Ban­kier. Herter rät seinen Kunden ebenfalls zur Aufnahme von Sachwerten wie Aktien, Immo­bilien oder Edelmetallen in das Portfolio, auch wenn die Infla­tionsgefahr derzeit als gering einzuschätzen sei. Dennoch: „Auch Sachwerte können leiden, wenn beispielsweise externe Schocks wie der Zusammenbruch der EU-Währungsunion drohen“, warnt Commerzbank-Vorstand Holtkemper.

So mancher Anleger mag sich – nach 2008 – beim Gedanken, in Anleihen oder Aktien zu investieren, nicht ganz wohlfühlen und daher lieber in Gold, Silber oder Immobilien anlegen. Für den Inflationsschutz bietet sich Gold als zinsloses Anlageprodukt auch gut an. Fürst-Fugger-Privatbank Experte Schreiweis rät: „Ein Notgroschen kann nicht schaden, wobei wir von zu kleinen Stückelungen abraten. Hier sind die Aufgelder beim Kauf zu hoch. Neben physisch hinterlegten Goldzerti­fikaten gibt es auch Ein-Unzen-Stücke, die als gesetzliches Zahlungsmittel gelten und daher nicht mehrwertsteuerpflichtig sind.“ Insgesamt solle der güldene Investitionsanteil bis zu 10 % ausmachen.

Noch keine Blase in Deutschland

Genauso können auch Immobilien ein sicheres Anlagekonzept sinnvoll abrunden. Holtkemper sieht derzeit besonders außerhalb der Top-Lagen Chancen für Anleger: „In B- und C-­Lagen sind die Preise deutlich schwächer gestiegen und bieten daher mehr Potenziale.“ Eine Immobilienblase sieht er in Deutschland vorerst nicht, da im inter­nationalen Vergleich momentan aufgeholt werde, was in den vergangenen Jahrzehnten versäumt worden sei. „Auch Anleger, die in dieser Vermögensklasse deutlich überinvestiert sind, können die derzeitige Marktsituation gut zur Bereinigung schwächerer Produkte aus dem Portfolio nutzen“, meint Ebner. Vom schwankungsanfälligen Silber oder von alter­nativen Anlageformen wie Kunst, Whiskey oder Schiffen raten die Experten grundsätzlich eher ab – gerade wenn kein fundiertes Wissen über das Anlageobjekt besteht. Die Fürst Fugger Privatbank in Augsburg ist jedoch auf das Segment Oldtimer spezialisiert und bietet ihren Kunden in diesem Anlagesegment profunde Marktkenntnisse. Dennoch sollte bei derartigen Investitionen immer auch ein Stück Liebhaberei mit dabei sein – und das Wissen um die Illiquidität der Anlage.

Kathrin Hansel


Artikel vom: 2013-01-06 10:46:00
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