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Nichts zu verschenken

Der Volksmund sagt, dass man immer früher an die Rente denken muss. Da steckt viel Wahres dahinter, schließlich reicht die gesetzliche Altersvorsorge nicht mehr aus, um später den gewünschten Lebensstandard zu halten. Als Ergänzung bietet sich die betriebliche Altersversorgung (bAV) an. Ihr Ruf ist dabei schlechter, als sie eigentlich ist. Nicht einmal jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland hat eine bAV.

Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum die bAV nur so sporadisch in Anspruch genommen wird. „Es liegt zum einen daran, dass sie von den Arbeitnehmern selbst eingefordert werden muss. Der andere Knackpunkt ist, dass es fünf verschiedene Durchführungswege gibt und die bAV somit nicht ganz leicht zu verstehen ist“, sagt Tom Friess, Geschäftsführer des VermögensZentrums (VZ) Deutschland. Dabei sind die meisten Sorgen unbegründet. Es ist gesetzlich verankert, dass Firmenchefs den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung anbieten müssen. Und Gedanken, welche Option nun ­genommen werden soll, braucht sich der Arbeitnehmer sowieso nicht zu machen, denn diese Entscheidung obliegt dem Arbeit­geber. Es gibt die Möglichkeiten der Direktversicherung, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktzusage.

„Der verbreitetste Weg ist die Direktversicherung – auch bei Mittelständlern“, sagt Friess. Rund 75 % der KMUs haben 2011 den Abschluss einer Direktversicherung ermöglicht. „Das ist für beide Seiten die leichteste Lösung“, erklärt der Finanzexperte. Der Arbeitgeber schließt in diesem Fall per Einzel- oder Gruppentarif eine Lebens- oder Rentenversicherung für den Arbeitnehmer ab. Dabei ist die Mindestverzinsung garantiert, und es darf nur in als sicher eingeschätzte Anlagen investiert werden. Extras wie Berufsunfähigkeitsversicherung oder Hinterbliebenenschutz können zusätzlich eingebaut werden.

Der Clou an der betrieblichen Altersversorgung ist, dass das einzuzahlende Geld vom Bruttolohn abgezogen wird. Somit wird es nicht versteuert, es fallen keine Sozialabgaben an. „Zum Zeitpunkt der Auszahlung ist man in der Regel in einer tie­feren Steuerprogression als zum Zeitpunkt der Einzahlung. Dadurch hat man also einen doppelt positiven Steuereffekt“, sagt Friess. Nicht selten werden Regelungen getroffen, wodurch der Arbeitnehmer eine Hälfte einzahlt und der Arbeitgeber die andere – oder gar in einem Verhältnis von einem Drittel zu zwei Dritteln.

Aber auch der Arbeitgeber  hat davon einen Nutzen. Im Normalfall sind mit Versicherungen Gruppentarife für die Belegschaft ausgehandelt worden. Dadurch ergibt sich meist ein Kostenvorteil, „den das Unternehmen eins zu eins an den Arbeitnehmer weitergeben kann“, ergänzt der VZ-Geschäftsführer, „das ist ein Bindungs- und Motivationsmittel“.

Der Sparer muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass das Kapital für eine gewisse Laufzeit gebunden ist und er somit nicht darauf zugreifen kann, sollte es einmal einen finanziellen Engpass geben. Im Todesfall, beim Wechsel des Arbeitgebers oder Verlust der Beschäftigung ist das Geld im Übrigen nicht weg. „Alles, was eingezahlt wurde, gehört auch dem Arbeitnehmer“, bringt es Friess auf den Punkt. Im Zweifelsfall wird es den Hinterbliebenen vermacht. Einzige Ausnahme: Einige Unternehmen haben besondere Regelungen in die Verträge eingearbeitet, dass das eingezahlte Geld erst nach einer bestimmten Laufzeit – beispielsweise nach drei oder fünf Jahren – unverfallbar ist, also die Ansprüche bestehen bleiben.

Deutschland hinkt hinterher

„Man muss sich auch ein Stück weit zwingen, für das Alter vorzusorgen“, mahnt der Finanzexperte. Allzu oft wurde er bereits damit konfrontiert, dass sich viele gar nicht oder viel zu spät mit dem Thema Rente auseinandersetzen. Allerdings sollte man sich stets bewusst sein, dass die betriebliche Altersversorgung den geringsten Teil der Summe für ­Alterseinkünfte ausmacht. Rund 85 % der späteren Einkünfte kommen durch gesetzliche Institutionen, rund 10 % aus privaten Mitteln und 5 % aus betrieblicher Versorgung. Damit hinkt der Anteil der bAV in Deutschland im europaweiten Vergleich deutlich hinterher. In Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden macht die betriebliche Altersversorgung über 30 % des Alterseinkommens aus.

Vielen Unternehmern ist das Thema aber zu zeitaufwendig und kompliziert. Verschiedene Spezialisten wie Versicherungen bieten daher an, die Planungen für Firmen zu übernehmen. „Es ist relativ einfach, Partner zu finden“, weiß Friess und empfiehlt, auf solche Angebote einzugehen. Das erleichtert den Umgang mit der betrieblichen Altersversorgung immens, sodass jeder Arbeitnehmer am Ende zuversichtlich und unbeschwert in eine schöne Phase seines Lebens gehen kann – den wohlverdienten Ruhestand.

Julian Reusch


Artikel vom: 2012-12-31 11:12:00
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