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Nähe schafft Vertrauen

WirtschaftsKurier: Herr Laser, glaubt man den Schwarz­malern von heute, gibt es bei der Anlage von Vermögen derzeit wenig Sicherheit. Was raten Sie Ihren Kunden?

Jörg Laser: Wissenschaftliche Studien belegen: Die Diversifikation des Portfolios bestimmt zu einem großen Teil die Rendite und das Risiko der jeweiligen Vermögensanlage. Daher ist es unser Anliegen, mit den Kunden im Rahmen unserer Vermögensverwaltung die grundsätzliche Aufteilung ihrer Portfolios mit verschiedenen Anlageklassen zu erarbeiten, um auf die jeweiligen Marktentwicklungen pro­aktiv zu agieren – natürlich immer unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse.

Wie ist Ihrer Meinung nach ein Vermögen optimal gestreut?

Wir legen großen Wert auf eine Streuung über möglichst viele Anlageklassen: Liquidität, Anleihen, Immobilien beziehungsweise Sachwerte, Aktien, Rohstoffe und alternative Investments. Die Marktentwicklung in den zurückliegenden Jahren hat jedoch gezeigt, dass Diversifikation allein nicht ausreichend ist, um Risiken weitestgehend zu reduzieren. Vielmehr bedarf es neben der Streuung eines ­aktiven Managementansatzes für die jeweilige Anlageklasse, der bei fallenden Märkten konsequent das Risiko reduziert.

Rechnen Sie mit einem lang andauernden Zinstief oder mit einer steigenden Inflation?

Ein Zinsanstieg würde die Staatsschuldenkrise verschärfen, sodass die EZB alles dafür tut, die Zinsen möglichst lange niedrig zu halten. Die Sparprogramme in fast allen europäischen Staaten dämpfen den Konsum, zudem ist die Arbeitslosigkeit hoch. Damit sind die mittelfristigen Inflationsgefahren gering. Somit kann die EZB die Zinsen niedrig halten, ohne ihren ­Sta­bilitätsauftrag zu verletzen.

Wie stehen Sie zur Investition in Immobilien angesichts explodierender Preise?

Kaufpreise und Mieten erzielen immer höhere Steigerungsraten. Einzelne Lagen sind inzwischen sehr teuer und nicht mehr attraktiv. In einem solchen Markt­umfeld sollte der Investor daher mit Bedacht und sehr selektiv vorgehen. Hinzu kommt, dass die langfristig erheblich steigende Rohstoffnachfrage auch an anderer Stelle zu spürbaren Veränderungen führt: Energetische Sanierungen werden – neben ­gesetzlichen Vorgaben – immer klarer zu einer notwendigen ­Rechengrundlage für Immo­bi­lien­­eigentümer.

Wie beurteilen Sie die Anlage in Gold und Silber?

In der aktuellen Konstellation von hoher politischer Unsicherheit und dauerhaft niedrigen Zinsen bieten vor allem Gold­investments – nicht nur in physischer Form – eine gute Beimischungsmöglichkeit, um sich gegen Extremrisiken abzusichern. Der Anteil am Gesamtvermögen sollte daher nur gering sein.

Was halten Sie von alternativenAnlagemöglichkeiten wie Schmuck, Kunst, Lebensmittel oder gar Schiffe oder Oldtimer?

Solche Formen der Kapitalan­lage sollten eine prozentual ­minimale Beimischung zur Port­foliostruktur haben und auch unter Liebhaberaspekten und nicht nur aus wirtschaftlichen ­Erwägungen erworben werden.

Wie beurteilen Sie die Ent­wicklung des europäischen ­Finanzmarkts im nächsten Jahr?

Seit Juli dieses Jahres lösten die überraschend positive Entwicklung der europäischen und US-Aktienmärkte sowie die Erholung des Euro im Verhältnis zum US-Dollar intensive Diskussionen aus. Denn noch immer sind hinsichtlich der Krisenbewäl­tigung in den Euroland-Peri­phe­rie­­staaten und damit der Sinnkrise des gesamten Euro­raums keine konkreten Fortschritte zu sehen. Spannend könnte es werden, wenn mitten in der ­depressiven Stimmung positive Töne vernehmbar wären, denn die breite Masse ist deutlich ­unterinvestiert. Sollte aufgrund mangelnder Anlagealternativen der ­Risikoappetit wieder zurückkehren, sind größere Preisaufschläge bei Aktien und ­Rohstoffen im kommenden Jahr zu erwarten.

Vor zwei Jahren fusionierten unter dem Dach der Signal Iduna Gruppe die Hamburger Conrad Hinrich Donner Bank und die Münchner Privatbank Reuschel & Co. zur Donner & Reuschel Aktiengesellschaft. Welche Vorteile ergeben sich durch diese Aufstellung?

Nach der erfolgreichen und geräuschlosen Fusion der beiden Häuser können die Kunden die Mehrwerte in einem breiteren Dienstleistungsspektrum klar ­erkennen. Wir haben viel dafür ­getan, uns an den wichtigsten Gruppen unserer Kunden auszurichten. Seit 2010 sind wir ein starker Partner vom Norden bis in den Süden, erhalten uns aber die regionale Verwurzelung an den Traditionsstandorten und somit die Nähe zu unseren Kunden. Denn nur durch Nähe entsteht und erhält sich Ver­trauen – der wichtigste Faktor in der ­heutigen Zeit.

Artikel vom: 2012-12-14 10:54:00
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