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Werterhalt in Gefahr

Die Zeiten, in denen es möglich war, das eigene Vermögen zu erhalten, ohne gewisse Risiken in Kauf zu nehmen, sind vorbei. Das stellt sicherheitsorientierte Anleger vor große Herausforderungen. Eine jährliche Inflationsrate von über 2 % – Tendenz steigend – und eine Rendite für zehnjährige Bundesanleihen, die vor Steuern bei 1,5 % pro Jahr und nach Steuern noch bei circa 1,1 % pro Jahr liegt, verdeutlichen die Problematik. Mit Bundesanleihen kann nur noch das Kapital erhalten werden – der Wert der Anlage sinkt jedoch real, weil die Inflation die Zinsen auffrisst. Da sich das Zinsniveau auch in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht deutlich verändern wird, sollten Anleger ihre Vermögensstrategie intensiv prüfen. Sie sollte im aktuellen Marktumfeld nicht den Kapitalerhalt zum Ziel haben, sondern den Werterhalt des Vermögens sicherstellen. Dazu müssen Anleger allerdings mehr Risiken als noch vor einigen Jahren eingehen.

Um den Wert des Geldes langfristig zu erhalten, ist es durchaus sinnvoll, Sachwerte und ausgewählte Fremdwährungen ins Anlageportfolio mit aufzunehmen. Hier bieten die verschie­denen Investitionsmöglichkeiten jedoch sowohl Chancen als auch Risiken, die individuell analysiert und mit der Lebenssituation des Anlegers abgeglichen werden sollten. Auch hier gilt es, Vermögenswerte zu diversifizieren, da dies die Basis für eine nachhaltige Anlagestrategie ist.

Interessante Dividendenrendite

Bei Sachwerten beschäftigen sich auch Anleger, die in den vergangenen Jahren ausschließlich auf festverzinsliche Wertpapiere gesetzt haben, wieder verstärkt mit Aktien. Die Attraktivität der Unternehmenspapiere hatte nach der Krise am sogenannten Neuen Markt 2000 bis 2003 und dem Lehman-Crash 2008/2009 gelitten. So wandten sich auch viele Investoren resigniert von diesem Anlageinstrument ab. Angesichts des aktuell historisch niedrigen Renditeniveaus deutscher Staatsanleihen werden Aktien jedoch wiederentdeckt. Denn neben dem „Sachwertcharakter“, der für etliche Anleger bei Unternehmenstiteln eine Rolle spielt, bieten zahlreiche Konzerne nach wie vor höhere Dividendenrenditen, als mit deutschen Anleihen zu verdienen ist.

Bei Aktieninvestments gilt es, die hohen Kursschwankungen – die in den nächsten Jahren immer abhängiger von Nachrichten aus der Politik sein werden – auch für einen taktisch geprägten ­Verkauf von Aktienpositionen zu nutzen. Dieser steht nicht im ­Widerspruch zu einer Langfriststrategie, sondern ergänzt sie, da es auch für den langfristigen Erfolg immer bedeutender wird, die starken Kursbewegungen kurzfristig richtig zu managen. Selbstverständlich sollte es nach einem kurzzeitigen Verkauf das oberste Ziel sein, zu niedrigeren Kursen wieder investieren zu können. Hier besteht durchaus ein Risiko, wenn die Aktienmärkte weiter haussieren und der Anleger seine Reinvestition immer weiter verschieben muss. Eine kon­sequente Vorgehensweise beispielsweise über den Einsatz von Kauf- und Verkaufslimiten sowie von Trailing-Stop-Limiten zur Sicherung von Aktienpositionen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Auch in fremden Währungen anlegen

Eine weitere Möglichkeit zur Portfoliodiversifikation stellen ausgewählte Fremdwährungen oder Fremdwährungsanleihen dar. Ein höheres Zinsniveau, geringere Verschuldungsquoten, die Chance der Aufwertung der Währung gegenüber dem Euro sowie die Euroskepsis der Anleger sprechen für ein solches Engagement.

Entscheiden sich Privatpersonen dafür, einen Teil ihres Vermögens in einer fremden Währung anzulegen, ist ein sogenanntes Währungskonto – es wird in der entsprechenden ausländischen Währung geführt – ein gangbarer Weg. Darüber kann beispielsweise in skandinavische Devisen investiert werden. Bei tendenziell illiquideren Währungen wie dem Brasilianischen Real führt der Weg über entsprechende festverzinsliche Wertpapiere. Im Bereich Fremdwährungsinvestments gelten derzeit die skandinavischen Währungen, ausgewählte asiatische Währungen, der Kanadische Dollar sowie für etwas spekulativer orientierte An­leger der Brasilianische Real als ­interessante Beimischung für das Depot.

Es bleibt zu hoffen, dass Anleger ihren Fokus künftig auf den Werterhalt des Vermögens richten. Bei einer Inflationsrate von über 2 % und historischen Tiefständen bei deutschen Staats­anleihen ist dieser nicht ohne das Eingehen gewisser Risiken möglich.

Andreas Rapp,
Leiter Private
Banking bei
ELLWANGER & GEIGER


Artikel vom: 2012-12-11 10:37:00
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