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Marilyn’s beste Freunde

Mit dem Song „Diamonds are a Girl’s Best Friend“ ging Marilyn Monroe 1952 weltweit in die Geschichte ein. Die kostbaren Steinchen selbst ziehen hingegen schon seit Jahrtausenden die Faszina­tion der Menschheit auf sich. Aufgrund ihrer Leuchtkraft und Härte wurden Diamanten immer wieder mit übernatürlichen Kräften in Verbindung gebracht, Kämpfe wurden um sie geführt und Liebende zollten sie ihrer Angebeteten als Tribut ewiger Zuneigung. Zudem fanden die edlen Steine die exotischsten Verwendungszwecke: Geschluckt sollten sie zur Genesung von Krankheit führen, nicht spürbare Vibrationen mit einer positiven Wirkung auf Geist und Seele sollten von ihnen ausgehen, und die Bezeichnung als „Stein der Versöhnung“ geht auf die ihnen zugeschriebene friedensstiftende Wirkung zurück.

Eine 1 000-jährige Handelsgeschichte

Kein Wunder also, dass der internationale Handel mit Diamanten bereits vor rund 1 000 Jahren begann, als die Pioniere des Geschäfts Rohdiamanten von Indien nach Arabien brachten. Dort wurden die Steine geschliffen und poliert, bevor sie in Europa an Königs- und Adelshäuser verkauft wurden. Als Statussymbol für Vermögende setzte sich der Schmuckstein schnell durch. Der südafrikanische Diamantenriese De Beers, der von Luxemburg aus gelenkt wird, brachte schließlich in den 1940er-Jahren den Hype um die wertvollen Steine mit dem Werbeslogan „A Diamond is Forever“ zum Kochen. Mit einer der erfolgreichsten Marketingkampagnen überhaupt gelang es dem Konzern, sein Produkt derartig geschickt zu platzieren, dass es bis heute ein Inbegriff für Romantik ist. Nicht nur die Monroe, auch hochkarätige Hollywood-Produktionen wie der James Bond Film „Diamonds are Forever“ trugen zur Popularität des Edelsteins bei – und noch immer sind Diamanten längst nicht nur auf dem roten Teppich sehr beliebt.

Doch nicht nur als Schmuck und Zierde sind Diamanten geeignet, sondern sie haben – wie Gold und Silber – auch einen großen monetären Wert. Wer also investieren will und sein Vermögen durch Diversifikation sichern oder vergrößern möchte, ist mit Diamanten unter Umständen gut beraten. Bevor sich ein Anleger jedoch für den Kauf eines der wertvollen Steine entscheidet, sollte er sich intensiv mit der Branche und der Materie an sich beschäftigen – denn neben schwarzen Diamanten wie dem Black Orlov gibt es auch viele schwarze Schafe auf dem Markt. Außerdem lohnt es sich, mehrere Experten zurate zu ziehen, da dieses Gebiet auf dem Investitionsmarkt noch relativ unbekannt ist und die Meinungen recht unterschiedlich ausfallen können.

Kleiner Klunker mit großem Wert

Betrachtet man Diamanten objektiv als Wertgegenstände, ist es durchaus vertretbar, in diese zu investieren – will man sein angespartes Vermögen in Zeiten drohender Inflation und unsicherer Währungsverhältnisse sichern: Schon ein Halbkaräter kann etwa 3 000 Euro wert sein – bei einem Gewicht von 0,1 Gramm und entsprechend kleinem Volumen. Im Vergleich dazu erhält man für die gleiche Summe derzeit etwa 62 Gramm Gold beziehungsweise 3,6 Kilogramm Silber. „Aufgrund des hohen Wertes von Diamanten ist es sinnvoll, in Ein- und Halbkaräter zu investieren“, rät Hansjörg Polz, Aufsichtsratsvorsitzender der Tass Wertpapierhandelsbank. „Je hochkarätiger der Diamant, desto exklusiver wird der entsprechende Stamm an potenziellen Käufern und desto schwieriger wird es, ihn wieder zu verkaufen.“ Bei kleiner ausfallenden Exemplaren sei die Volatilität zwar etwas höher, ermögliche aber dafür einen zeitnahen Verkauf der Steine.

Da der Markt unter Umständen ebenso unerschlossen wie undurchsichtig ist, besteht auch die Gefahr, einem Hochstapler auf den Leim zu gehen. Bernd Höfermann, Berater beim Bankhaus Donner & Reuschel in Hamburg, weiß: „Diamanten haben als Asset einfach keinen standardisierten Marktwert. Zu einem Status wie dem von Gold, dessen aktueller Wert ein Fakt wie Schuhgröße 42 ist, ist sicherlich ein weiter Weg.“

Nur die Guten in die Schatulle

Interessenten sollten sich daher nicht nur über Wert und Rendite von Diamanten informieren, sondern auch über Zertifikate und Sicherheiten. Denn der Laie kann einen falschen ­Diamanten in der Regel nicht von einem echten unterscheiden – und diesen wiederum nicht von einem bearbeiteten oder gar synthetischen Stück. „Bei behandelten oder künst­lichen Diamanten tun sich oftmals bereits Juweliere schwer, diese als solche zu erkennen“, so Polz. Daher sei es wichtig, beim Kauf darauf zu achten, dass der Stein von einem unabhängigen, anerkannten Institut versiegelt, und zertifiziert ist. Versiegelte Diamanten tragen eine eindeutige Identifikationsnummer, die auf der Sicherheitsbox, dem Zertifikat und dem Diamanten selbst angebracht ist. Dazu wird die Nummer mikroskopisch klein auf die Rundiste gelasert, den runden Streifen in der Mitte des Brillantschliffs. So kann die Echtheit des Diamanten jederzeit nachgewiesen werden.

Um die Transparenz des Markts zu erhöhen, bemüht sich die Tass Wertpapierhandelsbank darum, die Standards im Diamanten-Anlagesegment zu erhöhen und so das nötige Vertrauen zu schaffen. Eine Grundlage für diese Bestrebungen bieten das langjährige Engagement im interna­tionalen Diamantenhandel und offizielle Zertifizierungen durch den Hohen Diamantenrat in Antwerpen (HRD) als Mitglied an der Antwerpener Diamantenbörse und Mitglied der World Federation Of Diamond Bourses (WFDB). Auf der Homepage der Bank können sich interessierte Anleger fundiert über die Investition in Diamanten informieren. Denn der Wert der Steine ergibt sich aus mehreren Qualitätsmerkmalen: Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff sowie Charakter und Zertifikat. Mit dem Angebot wendet sich Tass an private sowie an institutionelle Investoren und bietet alle Vorteile eines international etablierten Finanzinstituts.

Vertrauensvolle Akteure wären auch notwendig, denn laut der Studie „The Global Diamond Industry“ von Bain & Company vom Dezember 2011 wird der Bedarf an Diamanten in den kommenden Jahren kontinuierlich ansteigen. Laut Polz sind Rohdiamanten heute knapp und die besseren Qualitäten deutlich teurer geworden. „Manche Steine konnten ihren Wert in den vergan­genen zehn Jahren verdoppeln“, erklärt der Experte. Polz unterscheidet jedoch klar diejenigen Diamanten, die sich als Wert­an­lage eignen, von den gängigen Schmuckdiamanten. Bankberater Höfermann weiß hingegen, dass sich solche alternativen Anlagemöglichkeiten häufig als Eintagsfliege entpuppen.

Der Sachwert der Diamanten bleibt sicher erhalten – unsicher ist jedoch, ob sich der Markt nachhaltig etablieren wird oder ob der Käufer auf seinen Steinchen sitzen bleibt.

Kathrin Hansel


Artikel vom: 2012-12-10 10:25:00
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