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Clevere Mischung

Werte werden bei der im oberbayerischen Tuntenhausen bei Rosenheim ansässigen Eder Gruppe großgeschrieben. Das tradi­tionsreiche Familienunternehmen ist durch Beharrlichkeit und Fleiß über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Die Eigentümerfamilie bewies zudem immer wieder das richtige Gespür für aussichtsreiche Geschäftsfelder und legt bis heute viel Wert auf die Ausbildung der Mitarbeiter im eigenen Betrieb. Vor allem aber achten die Verantwortlichen genau darauf, dass die Finanzierungsstrukturen stimmen. „Weil wir diesen Bereich kontinuierlich kontrollieren und optimieren, können wir auch immer wieder Einsparungseffekte erzielen“, sagt Gregor Ries, für die Finanzen und Teile des operativen Geschäfts zuständiger Geschäfts­führer der Firmengruppe.

Viele Gründe für genaues Rechnen

Das Unternehmen ist bereit, auch in Management- und Mitarbeiterkapazitäten zu investieren. „Erfolge sind im Bereich ­Finanzierung und Refinanzierung nur zu erzielen, wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt – das wird von manchen Mittelständlern vielleicht nicht intensiv genug betrieben“, betont Ries. Bei einer Firmengruppe wie Eder gibt es allemal Grund genug, genau zu rechnen und immer den Überblick zu behalten. Mit seinen 1 750 Mitarbeitern und über einer halben Mrd. Euro Umsatz ist das Unternehmen heute ein mittelständischer Konzern mit einem breiten, in zwei Geschäftsfelder aufgeteilten Leistungsspektrum. Das erste, mehr als vier Jahrzehnte bestehende Standbein ist der Automobil­handel mit einem zentralen ­Autohaus und zahlreichen Unterhändlern für verschiedene Marken. Eine weitere Reihe breit ­gefächerter Aktivitäten ist im ­Bereich der Eder-Profi-Technik zusammengefasst. Die Landtech­nik – von der Melkmaschine bis zum Mähdrescher – gehört ebenso dazu wie Räumfahrzeuge in der Sparte Kommunaltechnik und der Vertrieb von Staplerfahrzeugen. Die Firma produziert ­zudem eigene Fahrzeuge wie ­Abschlepper oder Anhänger und betreibt darüber hinaus Baumärkte und Internet-Shops.

Bei der Unternehmensfinan­zierung können da bereits zehn Basispunkte Zinsunterschied bei Krediten erheblich in der Gesamtrechnung zu Buche schlagen. Die Minimierung von Risiken und klare Zielvorgaben sind deshalb unverzichtbar. „Wir versuchen, eine fristenkongruente Finanzierungsstruktur aufzubauen und uns darüber hinaus im Zinsbereich so gut wie möglich vor Marktveränderungen zu schützen“, sagt Ries. Das wichtige Handelsgeschäft mit seinem typisch hohen Umlaufvermögen wird kurzfristig finanziert, während die Finanzierung des Anlagevermögens langfristig ausgelegt ist. Mit Blick auf die Zinsabsicherung wiederum hat sich das Unternehmen die Expertise und begleitende Beratung eines unabhängigen Finanz­dienstleisters gesichert, der sich der Minimierung des Risikos übergreifend widmet. „Weil wir mit mehreren Hausbanken unterschiedliche Kreditgeschäfte abschließen, macht bei der Zinsabsicherung nur ein ganzheit­licher Ansatz Sinn“, sagt Ries.

Ebenso sinnvoll ist es aus seiner Sicht, dass ein Mittelständler wie die Eder Gruppe über den Bankkredit hinaus auch andere Finanzierungsmöglichkeiten nutzt. Dazu gehört zum Beispiel das Factoring, also die Finanzierung durch den Verkauf von Kundenforderungen. „Factoring ist zwar teurer als ein Bankdarlehen oder der Kontokorrentkredit, aber wir können daraus in mehrfacher Hinsicht Vorteile generieren“, sagt Ries. So wird damit zum einen das Risiko von Forderungsausfällen ausgeschaltet. Zum anderen kann das Unternehmen durch die zeit­nahe Bezahlung der Kundenrechnungen durch die Factoring­gesellschaft wichtige Liquidität vorziehen. Die Firmengruppe setzt diese Finanzierungsform deshalb vor allem in einzelnen, auf besonders starkes Wachstum ausgerichteten Geschäftsfeldern ein, um so quasi mit zusätzlicher Kapitalausstattung schneller zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen.

Die Finanzierungsalternative Leasing spielt auch gerade deshalb eine wichtige Rolle, weil die Firma für einen Mittelständler verhältnismäßig breit aufgestellt ist. So ist die Eder Gruppe beispielsweise auch der führende Vertreiber von Manitou-Rotor-Teleskopstaplern in Südbayern und unterhält darüber hinaus noch für eine ganze Reihe wei­tere Inves­titionsgüter große Maschinenparks. „Dank der Finanzierung mit Leasing können wir uns in diesem Bereich auf fest planbare Größe stützen und auf dieser ­Basis dann auch die Ertragsseite der Mietparks über die gesamte Laufzeit hinweg sehr gut steuern“, sagt Ries.

Zusätz­licher Vorteil: Leasing verkürzt ebenso wie Factoring die Bilanz und ermöglicht damit Eigen­kapital stärkende Strukturierungen der Bilanzrelationen, was wiederum bei den Kreditverhandlungen mit den Banken ein zentraler Faktor ist.

Vendor-Leasing als Absatzkanal

Indirekt spielt das Leasing darüber hinaus eine entscheidende Rolle, wenn das Unternehmen – in Partnerschaft mit einer Leasinggesellschaft – seinen Kunden Maschinen zur zeitweisen Überlassung auf Mietbasis anbietet. „Dieses Vendor-Leasing ist ein wichtiger Absatzkanal für uns, da wir ja in erster Linie Investitionsgüter vertreiben“, erläutert Ries. Für die Zusammenarbeit sucht sich die Firma solche Leasingpartner aus, die über entsprechendes Know-how bei den betreffenden Maschinen verfügen und auf dieser Basis Restwerte gut einschätzen können. Ebenso sind im Autohausbereich jene Leasinggesellschaften gefragt, die selbst Restwertrisiken übernehmen können und über Vermarktungskanäle verfügen.

Da jeder Anbieter andere Schwerpunkte hat, arbeitet Eder mit einer Vielzahl von Leasingfirmen für unterschiedliche Marken oder mit unterschiedlichen Serviceangeboten zusammen. Für die konkrete Auswahl der Partner ist nicht nur entscheidend, wie ein Marktteilnehmer aufgestellt ist und welches Preis-Leistungs-Verhältnis er bietet. Der Finanzchef achtet auch darauf, ob ein Leasinganbieter einen Bankhintergrund und somit vielleicht Zugang zu günstigeren Konditionen hat. Nicht minder wichtig ist die Option, aus einer Vielzahl von Instrumenten auswählen zu können. „Wir versuchen generell, Banken, Leasing­anbieter und Factoringgesellschaften in einen gewissen Wettbewerb zueinander zu stellen“, sagt Geschäftsführer Ries.

Norbert Hofmann


Artikel vom: 2012-11-07 11:51:00
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