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Die Logistik der Zukunft

Eine der Logistik-Vi­sionen, die sich in den kommenden Jahren immer stärker ver­breiten wird, ist das „Real Time Tracking“: Es kommt zu einer immer stärkeren Durchdringung der Logistik durch Telematik. Alle Bewegungsinformationen aller logistischer Objekte werden in Echtzeit nachverfolgt, und dies zu ausgesprochen günstigen Konditionen. Nicht nur werden die Standard-Telematiksysteme weltweit verbreitet sein (auf jedem Container, in jedem Fahrzeug und in einer hohen Anzahl werthaltiger Einzelsendungen) – auch die Sensoren werden deutlich leistungs­fähiger und intelligenter sein als heutzutage. So werden beispielsweise Container ihr Inneres selbstständig auf Sprengstoffe oder radioaktive Mittel überwachen und sich sogar selbstständig durch ein logistisches Netzwerk bewegen. Dies wird durch die ­intelligente Verknüpfung dieser Container miteinander sowie durch die Bestimmung der kritischen Pfade in der Supply Chain geschehen. Hinzu kommen das automatisierte Priorisieren und Vorziehen einzelner Sendungen gegenüber anderen in der Supply Chain.

Des Weiteren wird auch das Thema „Dematerialisierung/3-D-Printing“ die Logistik in ­einer neuen Dimension prägen. So wird „Fabbing“ als zukünf­tige Fulfillment-Technologie den Markt maßgeblich beeinflussen: Ersatzteile aus dem 3-D-Drucker, Technologien für additives, schichtweises Herstellen von dreidimensionalen Objekten – sogenannte 3-D-Drucker oder ­Fabber (Kurzform für „Digital Fabri­cator“) – sind bereits seit über 20 Jahren verfügbar, hatten ihren Einsatz jedoch bislang vor allem im Modell- und Prototypenbau.

Fabbing wird zum Trend

In den nächsten Jahren werden intelligente Materialien und Hochleistungskunststoffe wie etwa PEEK (Polyetheretherketon) dafür sorgen, dass sich die professionellen Einsatzfelder der Fabbing-Technologie ausweiten. Das Wachstum wird dabei zunächst nicht durch die neuen Gestaltungsmöglichkeiten, sondern durch Kostendruck getrieben sein. Das Fertigen von Produkten „on demand“ per Fabbing-Technologie wird im Angesicht einer explodierenden Variantenvielfalt und sehr schneller Produktzyklen insbesondere für den Ersatzteilmarkt (Automobil, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik etc.) und für die Herstellung hochwertiger, individualisierter Produkte zu einer attraktiven Option.

Hieraus ergeben sich interessante Implikationen für die Logistik: Sollte ein signifikanter Anteil von Waren nicht mehr über den globalen Marktplatz gehandelt, sondern in einer intelligenten, dezentralen Produktionsstruktur mit lokal zirkulierenden Rohstoffen hergestellt und ausschließlich im Nahfeld vertrieben werden, so ändern sich die globalen Warenströme signifikant. Werden Fabbing-Services als Erweiterung des Fulfillment-Szenarios positioniert, so kann sich der Betrieb eigener Fabbing-Center, um im Kundenauftrag Ersatzteile zu produzieren, für innovative Logistiker zu einem interessanten Markt mit signifikanten Wachstumspotenzialen entwickeln.

Tragende Rolle in den Megastädten

Nicht zuletzt wird die Urbanisierung die Welt der Logistik wesentlich beeinflussen. Betrachtet man die Situation in den Megastädten dieser Welt, so wird neben Fragen des Wohnraums und generellen Infrastrukturthemen speziell auch die Thematik des Transports und Verkehrs offenkundig. Aufgrund von immer mehr Menschen, die nicht nur selbst transportieren, sondern auch Bedarf für mehr Warentransporte schaffen, nimmt eine effiziente Logistik in Städten eine tragende Rolle ein.

Der Einsatz einer unterir­dischen Transport-Infrastruktur in Kombination mit Konsolidierungszentren an Stadträndern beziehungsweise -umgebungen könnte hier als Lösungsansatz fungieren, der für den Warenfluss von und in die einzelnen Stadt­teile der Ballungsräume sorgt.

Genauso können diese alternativen Transportwege und Lagersysteme für das Auslagern von privaten Gegenständen genutzt werden. In stark verdichteten urbanen Strukturen – insbesondere in Schwellenländern – werden Millionen von Menschen auf engstem Raum leben. Der verfügbare Stauraum in Wohnungen ist dadurch stark begrenzt. Privatkunden können die zu bestimmten Jahreszeiten nicht benötigten Gegenstände (beispielsweise Kleidung und Haushaltsgeräte) in zentralen Lagern deponieren und bei Bedarf austauschen oder sich zustellen lassen. Mit einem umfassenden Informationssystem wird ein reibungsloser Güterfluss gewährleistet. „City Logistik“ wird in Zukunft also ein Bestandteil der Lösung für essenzielle Pro­bleme in Megastädten sein.

Petra Kiwitt,
Executive Vice President,
und Steffen Frankenberg,
Vice President,
bei Solutions & Innovation,
dem Innovationsbereich von DHL


Artikel vom: 2012-07-25 14:56:00
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