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Immer und Überall

Aus der Praxis: Der Haus- und Systemtechnik-Spezialist Stiebel Eltron und der Landmaschinen-Hersteller Claas. Zwei Unternehmen, die beim Produktlebenszyklus-Management auf Software-Unterstützung setzen.

Schneller entwickeln, effizienter und ressourcenschonender produzieren und sicher entsorgen: In allen Phasen des Produktlebenszyklus steigen die Anforderungen an die Industrie. Mit Software für das Management von Daten, Projekten und Prozessen lassen sich neue Methoden zur Bewältigung dieser Herausforderungen bereits im Produkt­entstehungsprozess umsetzen.

Zu den erfolgreichen Anwendern von Product-Lifecycle-Management-(PLM-)Software gehört seit drei Jahren die Firma Stiebel Eltron. Die Gründe für die Einführung beschreibt Matthias Meckle, Leiter Technik Informa­tions­zen­trum: „Wir hatten schon früh eine geordnete, zen­trale Ablage für Dokumente. Wir kamen aber immer mehr zu der Erkenntnis, dass diese einfache Dateiablage nicht mehr ausreichte.“ Konkret ging es um Fragen wie: Welchen Zustand hat ein ­Dokument – in Arbeit, in Prüfung oder freigegeben? Wie organisiere und steuere ich den Zugriff für die verschiedensten Bereiche? Wie stelle ich sicher, dass jeder Mitarbeiter die Information bekommt, die er braucht, und gleichzeitig Dokumente nur denen zugänglich sind, die sie auch sehen dürfen? Weitere Themen waren die Versionierung von Dokumenten sowie Verknüpfungen zwischen Dokumenten, Materialien, Entwicklungsprojekten, Lieferanten und anderen Entitäten.

Akzeptanz bei den Mitarbeitern

Bei der Auswahl des Lieferanten und der Lösung kam es den Entscheidern bei Stiebel Eltron besonders darauf an, wie die Lösung sich mit den im Haus vorhandenen Bausteinen integrieren ließ. „Genauso wichtig war uns die Benutzerfreundlichkeit, denn ohne die Akzeptanz der Mitarbeiter lässt sich ein PLM-System nicht wirtschaftlich sinnvoll einsetzen“, ergänzt Meckle.

Als großen Vorteil wertet Meckle den Umstand, dass heute Dokumente aus Bereichen im System verfügbar sind, die vorher gar nicht oder nur sehr schwer an eine zentrale Ablage heranzuführen waren. Das gilt beispielsweise für die Unterlagen aus dem Bereich Recht und Versicherungen, aber auch für die weltweite Verfügbarkeit einheitlicher Arbeitsanweisungen, Montageanleitungen und technischer Pläne. „Das System ist mittlerweile eine unternehmensweite Informations-Managementplattform“, erklärt Meckle.

Denke groß – beginne klein ...

„Denke groß, beginne klein und handle strukturiert.“ So beschreibt Meckle sein Erfolgsgeheimnis. „Wichtig ist, dass man sich mit den Möglichkeiten einer solchen Lösung intensiv beschäftigt und dabei die nötige Fantasie entwickelt. So kamen wir sehr schnell darauf, dass unser Kernproblem, die Verwaltung von Dokumenten in einer komplexen Prozesslandschaft, nur dann sinnvoll gelöst werden kann, wenn wir auch Änderungsvorgänge, Materialien, Lieferanten und weitere Größen einbeziehen. Natürlich muss man in einem überschau­baren Bereich anfangen, um rasch Ergebnisse vorzuweisen. Dann klappt es auch mit der Akzeptanz – in der Geschäftsführung und bei den Mitarbeitern.“

Praktische Erfahrung mit PLM hat auch Kai Wallasch, Leiter Engineering Methods & Processes beim Landmaschinenhersteller Claas. Das Unternehmen mit seinen mehr als 9 000 Mitarbeitern an 14 Fertigungsstandorten setzt bereits seit 18 Jahren ein Tool zum Produktdaten-Management in der Entwicklung ein. Im Jahr 2009 fiel die Entscheidung, von der produktbezogenen Verwaltung der fertigungsrelevanten Daten auf eine Lösung für den gesamten Lebenszyklus umzusteigen. Wallasch formuliert das so: „PLM heißt für mich in erster Linie, Informations- und Medienbrüche innerhalb der Prozesse zu vermeiden – insbesondere wenn es um die Schnittstellen von Konstruktions- und Fertigungssystemen wie ERP-Lösungen geht. Jeder muss jederzeit die notwen­dige Information in der aktuellen Version erhalten.“ Nach eingehender Analyse verschiedener Produkte hatte die Kombination aus Enovia V6 und Catia V6 von Dassault Systémes die Nase vorn. Hermann Garbers, Vorstand Technologie und Qualität bei Claas, bekräftigt: „Wir vereinheitlichen mit der Einführung von V6 unsere PLM-IT-Systemlandschaft und bekommen auf diese Weise robuste und transparente Prozesse, die eine weiterhin hohe Produktqualität und Kostenkontrolle ermöglichen und zudem die Variantenvielfalt in der Produktrealisierung beherrschbar machen.“

Dass der Weg zum Ziel nicht frei von Hindernissen ist, versteht sich für den erfahrenen Praktiker Wallasch von selbst: „Eine neue Software ist naturgemäß kurzen Änderungszyklen unterworfen – dem müssen wir Rechnung tragen und häufig Updates einspielen. Weiterhin zeigt sich, dass sich das Architekturkonzept, die Logik und Semantik und nicht zuletzt auch die Programmiersprachen verändert haben, hier mussten wir erst neues Know-how aufbauen.“ Erfolgsentscheidend in einem PLM-Projekt ist für ihn eine realistische Einschätzung des Aufwands. Die Kombination aus externer Unterstützung beim Projekt-Management und internem Fachwissen ist Voraussetzung, um die richtigen Fragen stellen zu können. Gefragt, was er anderen Firmen für die PLM-Einführung raten würde, antwortet Wallasch: „Professionelle Unterstützung kostet weniger als ein Jahr Projektverzug, weil man in die falsche Richtung gelaufen ist. Und – holen Sie sich das beste Projektteam, das Sie bekommen können.“ Weitere Erfolgsfaktoren sind: kurze Projektlaufzeit mit überschaubaren Inhalten, intensive Einbindung aller später Betroffenen und ein Best-in-Class-Projektmanagement.
Uwe Küll


Artikel vom: 2012-04-27 16:25:00
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