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Geld vor Grün

Es hat ein Umdenken in vielen Unternehmen stattgefunden. Denn bei den meisten stellt der Fuhrpark – je nach Branche – einen immensen Kostenblock dar. Steigende Benzinpreise und hohe Finanzierungsraten lassen die Entscheidungsträger nach neuen Lösungen suchen. Eine immer wichti­gere Rolle spielen dabei Umwelt- und Nachhaltigkeitansprüche. Viele träumen von der „grünen Flotte“, ohne aber dabei tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Ein schwerer Spagat im Fuhrparkmanagement.

Grün ja – aber nicht um jeden Preis

Die Car-Studie „Trends im Fuhrparkmanagement“ im Auftrag des Verbands der marken-un­abhängigen Fuhrparkmanage­mentgesellschaften (VMF) ergab, dass Kunden und Mitarbeiter immer höhere Anforderungen in Bezug auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit an Unternehmen stellen. Bereits in einer 2008 für den VMF durchgeführten Studie zum Thema Umweltschutz im Fuhrpark wurde deutlich, dass eine solche Umsetzung jedoch möglichst keine Zusatzkosten verursachen darf. „Die Wirtschaftlichkeit und Kostenoptimierung werden auch in Zukunft die dominierenden Ziele sein“, fasst VMF-Vorstand Michael Velte zusammen. Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit und die Verschärfung von CO2-Grenzwerten im Fuhrpark in Unternehmen wich­tiger werden: Der gesellschaft­liche Druck allein scheint keine flächendeckende Umsetzung auszulösen.

Rund zwei Drittel der Verbraucher sind laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) bereit, für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einen Aufpreis zu bezahlen. Auch Dienstwagenfahrer legen Wert auf ein umweltfreundliches Fahrzeug – solange es kein kleineres Modell ist. Das Thema nimmt in den Grundsatzstra­tegien der Unternehmen einen immer höheren Stellenwert ein. 31 % der umsatzstärksten Firmen haben das laut Universität der Bun­des­wehr bereits 2010 in einem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert. Doch Umweltschutz wird nicht um jeden Preis umgesetzt. Noch stehen ökonomische Aspekte im Vordergrund. „Eine „grüne Flotte“ ist nur realistisch, wenn sie die Ansprüche an Einsatz und Komfort erfüllt und gleichzeitig ökonomisch ist, ohne dabei die ökologischen Ziele zu verfehlen“, bestätigt Reinhard Happel, Vertriebsleiter von Arval Deutschland. Kunden sind daran interessiert, mit verbrauchsarmen Fahrzeugen möglichst effizient zu fahren.

Es gibt wenige Ausnahmen, wo Unternehmen bei höheren Kosten bereit sind, ökologische Maßnahmen umzusetzen. Allerdings beobachten die VMF-Unternehmen bei einfachen Veränderungen einen erkennbar wachsenden Anteil. „Zu Fahrzeugen mit ­alternativen Antrieben, insbesondere Elektrofahrzeugen, erhalten wir eine relativ hohe Anzahl von Anfragen. Zu Abschlüssen kommt es jedoch eher selten“, sagt Harald Frings, Geschäftsführer der Hannover Leasing Automotive. Die Gründe hierfür liegen in erster ­Linie in den hohen Kosten.

Die Erfahrungen der VMF-Mitglieder zeigen, dass die Fuhrparkleiter das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit ernst nehmen. Die Maßnahmen sind hingegen wenig spektakulär, wie die Studienergebnisse dokumentieren. So geben die Unternehmen CO2-Einsparziele für den Fuhrpark vor, die dann umzusetzen sind. Diese Ziele können allerdings schnell im Konflikt mit ­Zielen der Mitarbeitermotivation und Kosten stehen und müssen daher sehr ausgewogen formuliert werden. Fahrer- und Ökotrainings gehören schon zum Standard. Umweltargumente werden vor allem genutzt, um Kosteneinsparungen über ein Down-Sizing in der Car Policy zu generieren. Zusätzlich gehen die Experten von einer wachsenden Zahl von Firmen aus, die aus Imagegründen verstärkt auf zielgruppen­gerechte Fahrzeuge achten, ohne dass konkrete Einsparziele der Hintergrund sind.

Unisono bestätigen die Mitgliedsunternehmen des VMF, dass es nur wenige Kunden gibt, die eine „grüne Flotte“ umfassend umgesetzt haben. „Wir haben zum Beispiel einen Kunden, der seit 2007 sehr konsequent den Spritsparwettbewerb eco-Driver umsetzt. Zusätzlich wurde ein aktives Risk Management aufgebaut, sodass mit einem neuen Fahrstil gleichzeitig auch Unfall- und Verschleißschäden minimiert wurden“, berichtet Gunter Glück, Geschäftsleiter Vertrieb und Kundenbetreuung von LeasePlan. Roland Meyer, Commercial Director von Athlon Car Lease kennt viele Kunden, die durchgängig auf Nachhaltigkeit setzen. „So misst zum Beispiel ein süddeutscher Kunde seit über zweieinhalb Jahren konsequent die tatsächlichen Kraftstoffverbräuche und vergleicht diese mit der ECE-Norm und mit der Athlon-Flotte. Sofern ein bestimmter Prozentwert überschritten wird, werden mit den Mitarbeitern Gespräche geführt und Maßnahmen vereinbart. So betrachtet unser Kunde sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Betreibung seines Fuhrparks den CO2-Ausstoß. Der Erfolg ist deutlich sichtbar.“

„Die Hersteller sind auf dem richtigen Weg, wobei die tech­nischen Innovationen, die unabhängig von fossilen Energieträgern machen, erst noch den wirtschaftlichen Vorteil beweisen müssen“, sagt Velte, der auch Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet ist. Es bestehe weiterer Verbesserungsbedarf, insbesondere in Sachen Transparenz bei Ausstattungspaketen und beim Verbrauch.

Besonders kritisch äußern sich die VMF-Unternehmen zu den Verbrauchsangaben der Hersteller. Obwohl bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Antrieben seit Jahren die von Herstellern angegebenen Normverbräuche deutlich sinken, können diese Verbräuche in der Realität nicht eins zu eins nachgewiesen werden. Die Produzenten müssten realistischere Angaben machen, die einer Alltagsnutzung fernab von Teststrecken standhält. In den vergangenen Jahren sei dennoch der Anteil verbrauchsoptimierter Fahrzeuge angestiegen. Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis sei aus öko­nomischer Sicht bei „neuen“ Antrieben noch eine große Herausforderung. „Wir erwarten die Annäherung an das bestehende Preis-Leistungs-Verhältnis herkömmlicher Verbrennungsmotoren frühestens in fünf Jahren“, so Velte.

Fahrtraining für die Umwelt

Drei der VMF-Mitgliedsunternehmen haben bereits den ­Cleaner Car Contract gezeichnet und unterstreichen damit den Willen, sämtliche Bestellungen auf ein durchschnittliches Niveau von 120 Gramm CO2-Ausstoß für 2012 zu senken. Den Kunden ­werden Einzelmaßnahmen wie Spritsparwettbewerbe offeriert und Öko-Fahrtrainings vermittelt. Aber auch ganzheitliche Mobi­litätskonzepte sind im Angebot. „Total-Cost-of-Ownership-Analysen und CSR-Strategien gehen bei uns Hand in Hand bei der Beratung in Richtung einer grünen Flotte“, betont Happel. Je nach ­Anforderungsprofil zeigt Arval die verschiedenen Fahrzeugvarian-ten mit Kostenvergleichsanalysen und dem jeweiligen CO2-Ausstoß auf. Vom Angebot bis zum Online-Car-Konfigurator werden dabei Informationen zur ökolo­gischen Effizienz eines Fahrzeugs dargestellt. Das Konfigurationssystem ermöglicht den Ausschluss von Fahrzeugen, die die unternehmensinternen CO2-Obergrenzen überschreiten. Ein weiterer Punkt ist der richtige Austauschzeitpunkt. Der muss nicht bei den üblichen 36 oder 48 Monaten liegen. „Das Optimum muss sich am tatsächlichen Nutzungsgrad orientieren“, sagt Velte.

Artikel vom: 2012-12-18 10:15:00
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