Trends - Hintergründe - Innovationen
Home Kontakt Sitemap 

Aktuelle Printausgabe

Abo WirtschaftsKurier
inkl. 7% MwSt.
Zusendung per Post

Abonnement
27,50 Euro
Studenten-Abo*
20,62 Euro
Mehrfachlieferungen** ab 5 Stück
20,62 Euro

*Bitte gültige Immatrikulations-
bescheinigung an den Verlag senden

** Vorzugspreis kann nur gewährt werden, wenn ein identischer Besteller, Empfänger und Zahler die jeweilige Menge abnimmt


Abonnement Ausland – Jahrespreis
ohne MwSt.
Zusendung per Post

Abonnement
38,40 Euro


Weimer Media Group
Maximilianstraße 13
80539 München

Tel: 08022-7044443
E-Mail: Abo-Bestellung


Das Abonnement verlängert sich automatisch um jeweils ein Bezugsjahr, wenn nicht zwei Monate vor Ablauf gekündigt wird.
Widerrufsgarantie: Sie können die Bestellung innerhalb von zehn Tagen ohne Angabe von Gründen schriftlich bei der Weimer Media Group, Maximilianstraße 13, 80539 München, widerrufen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung (Poststempel).

Stahl und Feng Shui

Dass Steelconcept, einem Stahlbauunternehmen, das seit 2001 genutzte Firmengebäude zu klein geworden ist, begründet Geschäftsführer Roger Herold lapidar: „Die Nachfrage nach unseren Stahlkon­struktionen ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 % gestiegen.“ Daher investierte der Unternehmer 2011 in den Neubau eines Bürogebäudes mit Gewerbehalle am Standort Chemnitz.

Ein Gebäude, so grün wie möglich

Die Firma beauftragte die Architekten von furoris X art mit der Durchführung des Projekts. „Dabei standen von Anfang an Nachhaltigkeitsvorgaben an prominenter Stelle“, so Architekt Rico Sprenger. „Daher hat man uns ermutigt, die Gebäude so grün wie möglich zu gestalten.“ Was Sprenger und seine Kollegen umsetzten, gehört zu einer noch kleinen Familie grüner Gewerbebauten in Sachsen: „Die Shed-Bauweise im Dachbereich der Industriehalle ermöglicht die energiesparende Nutzung des Tageslichts sowie ein blendfreies Arbeiten, ohne dass die Werkhallen an sonnenreichen Tagen zu sehr aufgeheizt werden.“ Als Primärtragwerk des Gebäudes dient eine Stahlstützkonstruktion, die durch ein Sekundärtragwerk aus Stahlbeton und eine vorgehängte, nichttragende Fassade ergänzt wird.

Was den Neubau vom Energiekonzept her interessant macht, ist die konsequente Nutzung von Geothermie. Dazu wurden auf dem Grundstück Tiefenbohrungen vorgenommen, die das Gebäude ausschließlich mit Heizenergie versorgen. Parallel wurde die Halle so ausgerichtet, dass eine optimale Nutzung einer Photovoltaik-Anlage möglich ist, die zu einem späteren Zeitpunkt für die Stromversorgung genutzt werden soll.

Da im Produktionsbereich eine hohe Prozesswärme entsteht, wurden auf den Sägezahndächern eigens entwickelte Wärmetauscher eingebaut, die in den Zeiträumen mit hoher Wärmeentwicklung eine Einspeisung in den Solekreislauf der Geothermie-Anlage gewährleisten und so zur Kühlung der ­Gewerbehalle beitragen. Dabei wird den Produktionsprozessen Wärme entzogen und über die Sole-Wasser-Wärmepumpe an die Erde abgegeben. Die Geothermie-Technologie liefert somit eine kombinierte Heizungs- und Kühlungslösung, bei der dem Erdreich nicht nur Heizenergie entzogen wird, sondern bei dem die Erde auch in Zeiten des „Wärmeüberschusses“ als Speicher dient. Dieses Heiz- und Kühlprinzip wurde auch für die Büro- und Serverkühlung eingesetzt, wodurch sich die Stromkosten für die Heizung und Kühlung um bis zu 95 % reduzieren.

In den Bürogeschossen des Neubaus planten die Architekten Niedertemperatur-Heizkörper mit einer Vorlauftemperatur von nur 35 Grad ein. Dies spart bis zu 50 % an Heizkosten, sorgt für gute Luftqualität und verhindert Staub­aufwirbelung. Im Fabrik­bereich findet das gleiche Heizprinzip Verwendung.

„Ein weiterer Schwerpunkt der Planung des Neubaus im Sinne einer nachhaltigen, auf Mitarbeiterzufriedenheit abgestellten Gebäudephilosophie war die Realisierung eines modernen und freundlichen Innenraumkonzepts mit flexiblen und offenen Räumen“, erklärt Architekt Sprenger. „Dabei wurden alle Büros neben den Eingangstüren mit beweglichen Glasschiebeelementen ausgerüstet. Die gewählten Innenraum-Farbflächen wurden außerdem mit einem Lehmputz versehen, der für eine zusätzliche Verbesserung des Raumklimas sorgt.“

Betriebseigene Ruhe-Oase

Um der gesamten Belegschaft eine erholsame Pausengestaltung zu ermöglichen, errichteten die Green-Building-Experten zudem einen „Naturhügel“ mit komplexen landschaftsplanerischen Gestaltungen, Buschwerk und Bäumen, der auf Wunsch des Bauherrn nach ayurvedischen Grundsätzen und der Feng-Shui-Lehre konzipiert ist.Natur und Stahl müssen also offenbar keine Gegensätze sein.

Dr. Hans-Dieter Radecke


Artikel vom: 2012-11-28 15:02:00
ANZEIGE