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Ärger über die Politik

Auf die Politik ist der Marketingleiter beim Allgäuer Holzhaus-Spezialisten Baufritz,  Dietmar Spitz, nicht sonderlich gut zu ­sprechen: „Da verhin-dert Lob­by­­arbeit seit Jahren ein Umsteuern auf wirklich nachhaltige Bauweisen. Stattdessen wird mit Grünfärberei Augen­wischerei betrieben. Wir bräuchten schon lange im Bauwesen eine ähnlich strenge Gesetz­gebung wie für den Automobilbau. Davon ist weit und breit nichts zu sehen.“

Nachhaltigkeit bedeutet für Baufritz, so Spitz, die Verwendung von Naturrohstoffen aus der Region, den Verzicht auf Chemie, die nachhaltige Entsorgungsfreundlichkeit der verbauten Materialien – und die Ausrichtung des Bauens auf die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen. Denn: „Biologische Gewerbebauten reduzieren die Krankheitsfälle um 15 % bis 20 %.“

Gefordert sei eine verbindliche Grundlage zur Überprüfung der Nachhaltigkeit von ­Gebäuden. Dazu müsse die gesamte sogenannte Grau-Energie einbezogen werden, die den CO2-Ausstoß aller verwendeter Materialien in einer Lebenszyklus-Berechnung über Produktions-, Nutzungs- und Entsorgungsphase hinweg umfasst.

„Eine Grau-Energiestudie des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA hat ergeben, dass zwei Drittel der Energieaufwendungen eines Ge­bäudes in der Entstehungs- und Entsorgungsphase anfallen“, so Spitz. „Deutschland beachtet bisher nur die Energieeffizienz der Nutzungsphase, also die Heiz- und Energiekosten. Dafür gibt es dann Effizienzhaus-Förderungen, die sich in Deutschland nur am Energieverbrauch oder Heizwärmebedarf eines Gebäudes orientieren.“

Wie aber sehen die strengen Kriterien für nachhaltige Gebäude aus der Sicht von Bau­fritz aus? Darüber muss Spitz keine Sekunde nachdenken: Ener­gieef­fizienz eines Gebäudes mit möglichst geringem Energieverbrauch; Herstellung des Gebäudes mit Ökostrom statt mit Atom­strom; klimaschützende Bauweise mit nachwachsenden natürlichen Rohstoffen anstatt mit energieintensiven künstlichen Chemieprodukten; Sicherung der Gesundheitsqualität des Gebäudes durch schadstoffgeprüfte Materialien und Schutz vor Elektrosmog-Strahlung; Entsorgbarkeit beziehungsweise Rückführbarkeit der Baumate­rialien in den Naturkreislauf, „denn mehr als 50 % unseres Sondermülls stammen derzeit aus der Bauwirtschaft“.

Die von dem erfolgreichen Allgäuer Unternehmen entwickelten und gebauten „Biohäuser“ wie etwa das Null-Emis­sions-Firmengebäude des Unternehmens Zirkelbach folgen konsequent diesen strikten Vorgaben. Nicht zufällig erhielt Bau­fritz 2009 von der Deutschen Energie-Agentur dena als erstes Holzhaus-Unternehmen in Deutschland die GreenBuilding-Zertifizierung. Das freut Spitz zwar, aber wichtiger wäre ihm ein Ende der „Grünfärberei“: „Politik und Gesellschaft werden ihrer Verantwortung hinsichtlich des Themas nachhaltiges Bauen heute nicht gerecht. Schließlich geht es dabei um unser aller Zukunft.“

Dr. Hans-Dieter Radecke


Artikel vom: 2012-11-24 14:41:00
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