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Alles öko

Der Handelsriese Rewe definiert seinen Green-Building-Ansatz als „Gesamtkonzept aus moderner Architektur, energieeffizienter Technologie und Systemen zur Erzeugung erneuerbarer Energien“. Das Besondere dabei: Es ist so konzipiert, dass es an verschiedenen Standorten eingesetzt werden kann. Das erste Objekt steht schon: der Rewe-Markt in Berlin-Rudow.

Dabei besteht die Baukon­struktion im Wesentlichen aus ­einem Tragwerk von zwölf Leimholz-Rahmenbindern, die die Märkte überspannen. Unterstützt werden sie in der Fassadenebene durch Stahlstützen. Diese Kon­struktion ermöglicht durch variierende Längen und Achsabstände die Anpassung an unterschied­liche Flächen. Auch die Dach- und Wandkonstruktion besteht aus Holzfertigteilen, die als Hohlkammerelemente mit Einblas-Wärmedämmung eine schnelle Montage ermöglichen.

In Anlehnung an traditionelle Markthallen wurde eine Architektursprache gewählt, die Tageslicht nutzt und unter einem Dach eine Vielzahl an Aufteilungen und Nutzungen ermöglicht. Dank der in sich geschlossenen Gebäudearchitektur werden im Green Building die Wärmeverluste stark reduziert. Ein 280 Meter langes umlaufendes Fensterband sowie 18 in das Dach eingebaute Lichtkuppeln sorgen für helles Tageslicht im Verkaufsraum. Der Sonnenschutz des Green Buildings wird über innen liegende Rollos automatisch gesteuert, die Beleuchtungsanlage über Helligkeitssensoren tageslichtabhängig geregelt. Dabei wird nur so viel künstliches Licht zugeschaltet wie nötig.

Recycelbare Baustoffe

Generell haben die Kon­strukteure darauf geachtet, dass umweltverträgliche und möglichst einfach recycelbare Baustoffe zum Einsatz kommen. Zudem wurden alle Baumaterialien im Vorfeld durch Energieberater begutachtet und während der Planungs- und Bauphase auf ihre ökologische Nachhaltigkeit hin geprüft. Gemäß dieser Philosophie dominiert Holz als Baustoff: Außer beim Tragwerk kommt auch beim Wandaufbau der Hauptfassade eine Holz-Sandwich-Bauweise zum Einsatz, um eine einfache, schnelle und sichere Montage aller Holzfertigteile zu gewährleisten. In der Dach- und Wandkonstruktion übernehmen Hohlkammer-Elemente mit Zellulose-Füllung die Wärmedämmung des Gebäudes.

Zwei unterschiedliche Photovoltaik-Anlagentypen, die auch die Reflexion der Sonneneinstrahlung auf der gesamten Dachfläche nutzen, erzeugen Solarstrom mit einer Gesamtleistung von 133 Kilowatt-Peak.

Um den Wasserbedarf zu minimieren, nutzt der grüne Supermarkt Regenwasser, das von der Dachfläche in eine Zisterne fließt und dort gefiltert wird. Es wird für die Fußbodenreinigung, die Toilettenspülung und die Bewässerung der Außenanlage verwendet. Da es sich um kalkfreies Regenwasser handelt, werden im Markt auch deutlich weniger Reinigungsmittel benötigt.

Wandkühlregale, Thekenanlage, Tiefkühlmöbel, Kühlräume und Wärmepumpe nutzen ausschließlich CO2 als Kältemittel. Die Abwärme der Kälteanlagen wird über einen 4 000 Liter großen Pufferspeicher für die Raumheizung zurückgewonnen. Die Ausstattung der Wandkühlregale und Tiefkühlmöbel mit Glastüren und Energiesparlüftern reduziert die Energieverluste und den Verbrauch.

Die positiven thermischen Voraussetzungen am Standort ermöglichen die Nutzung von Erdwärme. Dazu wurden zwölf Erdsonden je fast 100 Meter tief im Bereich der Parkplätze eingebracht. Zusätzlich zur Raumheizung wird die Geothermie auch für die Klimatisierung im Sommer genutzt.

Erfolgreiche Bilanz

Das Ergebnis des Konzepts kann sich sehen lassen: Der Primärenergiebedarf liegt um 48 % unter dem bisherigen Standardmarkt und unterbietet die Anforderungen der Energieeinsparverordnung um 29 %. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien können heute 40 % des Primärenergiebedarfs am Standort selbst erzeugt werden, wovon rund 32 % auf die Photovoltaik-Anlage und etwa 8 % auf die Geothermie-­Anlage entfallen. Der Restbedarf wird über Grünstrom abgedeckt. Zudem arbeitet das Green Building komplett CO2-neutral.

Dr. Hans-Dieter Radecke


Artikel vom: 2012-11-19 14:16:00
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