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Schwaben bewegt

Das „Logistik-Land“ Schwaben macht einen Schritt weiter auf die „Schienen“ der weiten Welt: mit dem für 2013/14 geplanten Container-Terminal des Güterverkehrszentrums (GVZ) im Dreieck der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß. „Der Umschlagbahnhof ist der fehlende Baustein, der das GVZ zu einer echten Drehscheibe im internationalen Warenverkehr macht“, ist sich Ralf Schmidtmann, Geschäftsführer der GVZ Entwicklungsmaßnahmen GmbH, sicher. Das geplante Terminal wird mit zwei Gleisen den Containerbahnhof im Stadtteil Oberhausen sowie den Straßengüterverkehr entlasten. Mitte Juni wurden die Pläne der Terminal-Investitionsgesellschaft Augsburg (TIA) für die Errichtung ­eines Terminals für den kombinierten Verkehr einstimmig befürwortet. Das rund 20 Mio. Euro teure Projekt soll vom Eisenbahnbundesamt (EBA) gefördert werden.

Die Lage des GVZ Augsburg zwischen den Städten Stuttgart und München sowie die günstige Anbindung an Straßen- und Schienenverkehr machen das Zentrum besonders interessant. Auf rund 100 000 Quadratmetern gibt es Lager- und Büro­flächen, die bereits Firmen wie Dachser, Honold und Mercedes-Benz für sich nutzen. Als Standort von Großunternehmen wie EADS, SGL Carbon oder UPM Kymmene, aber auch zahlreichen mittelständischen Betrieben wie etwa dem Waschan­lagen-Hersteller Washtec, dem Elektrozubehör-Produzenten Hama oder dem Immobilien-Investor Patrizia deckt der Wirtschaftsraum Augsburg ein breites Spektrum ab und kann in Bezug auf Flächenverfügbarkeit und Immobilienkosten gegenüber München punkten.

Auf der städt’sche Eisenbahn ...

Gleichzeitig könnte eine Verbindung des GVZ als Knotenpunkt des schwäbischen Güterverkehrs mit der Augsburger Localbahn (AL) die Vorteile des Logistik-Standorts Augsburg weiter verbessern. Bereits seit der Gründung im Jahr 1889 ist die AL für den öffentlichen Güterverkehr konzessioniert. Als eine der größten güterbefördernden privaten Bahnen in Bayern bedient sie entlang eines innerstädtischen Schienennetzes Unternehmen wie UPM, Osram, DW Schwellen, EADS oder MAN. Inzwischen werden auch Teile des regionalen Güterverkehrs auf dem Netz der Deutschen Bahn bedient.

„Das Relikt ist eine Perle“, stellt ein Projekt der Wirt­schaftsfakultät der Hochschule Augsburg fest. Mitinitiator Prof. ­Michael Krupp präsentierte in einem Vortrag die Ergebnisse ­einer Studie zur AL: „Ihre Infrastruktur im Stadtgebiet ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.“ Die Kapazität des städtischen Logistikunternehmens sei von aktuell neun auf etwa 25 Unternehmen ausweitbar. „Die AL könnte helfen, Augsburg an internationale Häfen anzubinden“, so Krupp. Auch vom neuen Terminal aus sollen maritime Zen­tren wie Hamburg, Rotterdam und Triest beliefert werden – und Schwaben kann sich weiter zur Achse für den Hinterlandverkehr entwickeln.

Dass Schwaben Knotenpunkt im Logistiksektor ist, wird besonders an den Beschäftigungszahlen deutlich. Knapp 9,2 % aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Schwaben in Bayern sind im Logistikbereich tätig – 1 % mehr als der bundesweite Durchschnitt. Damit ist dieser Sektor einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region.Und der Trend geht nach oben: Laut einer Studie des Fraunhofer SCS zeigt der Standort mit den bereits bestehenden Logistik­ansiedlungen eine überdurchschnittliche Performance. Aufgrund der ansässigen Maschinenbauindustrie und der Produktionsstätte von UPM Kymmene sind neben Lebensmitteln Holz, Papier und Maschinen die wichtigsten Transportgüter. Außerdem gibt es viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten: An Universitäten sowie Fachhochschulen werden Führungskräfte im Bereich Management und Logistik ausgebildet.

Klein und Groß in Bayerisch-Schwaben

Im Logistik-Cluster Schwaben sind Unternehmen wie die Spedition Nuber, Dachser Intelligent Logistics oder die Honold Logistik Gruppe – zum Teil seit mehreren Jahrzehnten – vertreten. Auch andere Branchen­experten haben die Standortvorteile für sich erkannt: Amazon beispielsweise hat Ende vergangenen Jahres ein Logistikzen­trum in Graben eröffnet.

Dass Augsburg als einstige Fuggerstadt, ehemalige Textilhauptstadt und eine der ältesten Städte Deutschlands also nicht nur eine bewegte Geschichte hat, sondern auch weiter in Bewegung bleibt, dafür sind die Weichen bereits gestellt.

Kathrin Hansel


Artikel vom: 2012-07-15 15:42:00
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