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Hightech ist weiß-blau

Standort: Innovationen aus dem bayerischen Mittelstand begeistern Technik-Fans weltweit. Neue Materialien und Technologien revolutionieren den Produktionsalltag, sparen Kosten – und machen die Umwelt sauberer.

Wir müssen um das besser, innovativer und effizienter sein, was wir teurer sind.“ Dieser viel zitierte Satz des ehemaligen bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu (CSU) hat nie an Gültigkeit verloren. Bayern hat sich weltweit einen hervor­ragenden Ruf als innovatives Land erarbeitet und gesichert. Maßgeblichen Anteil daran haben viele mittelständisch geprägte Unternehmen, die durch neue Produkte und Verfahren von sich reden machen.

Eines dieser Unternehmen ist die inzwischen weltweit aufgestellte Unternehmensgruppe Grenzebach aus Hamlar bei Donauwörth. Der Maschinenbauer ist vor allem für moderne Fer­tigungsstraßen und hochkomplexe Automatisierungslösungen bekannt. Jetzt stößt der Mittelständler mit einer Innovation, in der sich verschiedene traditionelle Firmenkompetenzen bündeln, in höhere Dimensionen vor. Von der „Grenzebach FlightSim“ versprechen sich die Bayerisch-Schwaben den Zugang zu neuen Nischenmärkten. Das Gerät wird von einem Roboter getragen und bewegt, der aus der Hightech-Produktion von Kuka stammt. „Der Grenzebach FlightSim ist weltweit der erste auf Roboter ­basierte Flugsimulator, der echtes Fliegen eins zu eins simulieren kann“, so Projektleiter Olaf Gühring. Der Vorteil liegt in den Beschaffungs- und Unterhaltskosten für Flugschulen, die deutlich unter jenen für die Nutzung von Schulungsflugzeugen liegen. Allein die Ersparnis beim Treibstoff schlägt pro Jahr und Flugschüler mit 4 500 Litern Flugbenzin zu Buche, auch die Verfügbarkeit rund um die Uhr und die Reproduzierbarkeit von Flugzuständen addieren sich zu zählbarem Mehrwert.

Fränkische Ingenieurskunst

An einer ordentlichen Ersparnis in der CO2-Bilanz tüftelt die Street­Scooter GmbH. Die Forschungs- und Entwicklungsallianz führender deutscher Industriepartner will ein kostengünstiges Elektrofahrzeug in modularer Bauweise binnen zwei Jahren serienreif und alltagstauglich auf den Markt bringen. Beim Herzstück, dem Batteriemodul, stellt der Polymerspe­zialist Rehau seine Kompetenzen unter Beweis. Die Oberfranken verantworten die Entwicklung und Funktionsfähigkeit eines modularen Batteriekonzepts, das, bestehend aus dem Batteriegehäuse und den Lithium-Ionen-Zellen, passgenau ins Fahrzeug nach Baukastenprinzip integriert werden soll. „Zwei Jahre Entwicklungs-, Konstruktions- und Simulationsarbeiten liegen hinter uns“, macht Andreas Löffler, Projektleiter bei Rehau, die Herausforderung für Techniker und Ingenieure der Vorentwicklung deutlich. Entstanden ist ein polymerbasiertes Prototypgehäuse, das mit beeindruckenden Vorteilen gegenüber vergleichbaren Metallbauweisen aufwarten kann: Es erfüllt höchste Ansprüche an Stabilität und Steifigkeit und hält selbst starken Belastungen stand. Es ist gut 30 % leichter als Metallgehäuse – eine Gewichtsreduzierung, die unter anderem das Reichweitenpotenzial des Fahrzeugs deutlich erhöht. Ein weiterer Vorteil ist die isolierende Wirkung des Batteriegehäuses. Der polymere Mantel schützt die temperatur­empfind­lichen Lithium-Ionen-Zellen und hält die Batterie im „Wohlfühlbetrieb“ bei etwa 20 Grad Celsius.

Schlanke Handwerker

An einer Gewichtsreduzierung im Auto arbeitet auch die Sortimo International GmbH. Kaum ein Handwerker-, Außendienst- oder Polizeifahrzeug, in dem die Sortimo-Lösungen nicht für Ordnung und Ladungssicherheit sorgen. Der Markt- und Technologieführer für professionelle Fahrzeuginnenausstattungen entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) eine hochmoderne Fertigungstechnik, die weltweit in der Branche einzigartig ist. Der neue Meilenstein Globelyst C (Composite) besteht komplett aus Faserverbundwerkstoffen und ist mit mehr als 40 % Gewichtseinsparung deutlich leichter als alle zuvor dagewesenen Fahrzeugeinrichtungen. Dieses Material ist nicht nur extrem leicht und stabil, sondern auch wasserbeständig und flüssigkeitsdicht. Auch gegen Korrosion oder durch eine Beanspruchung von auslaufenden Ölen, aggressiven Reinigungsmitteln oder Säuren ist das Material resistent. „Mit dem Start der Serienproduktion für Faserverbundtechnologie in Zusmarshausen betritt Sortimo in seiner Branche Neuland. Globelyst M war eine Evolution, Globelyst C ist eine Revolution“, sagt Reinhold Braun, Geschäftsführer bei Sortimo. „Obwohl Faserverbundwerkstoffe wesentlich teurer sind als Metallbauteile, investieren wir hier vorausschauend in diese Zukunftstechnologie“, erläutert Braun weiter. „Diese Mehrkosten lassen sich nur durch integrale Bauweise und schlanke Abläufe kompensieren. Compo­site ist ein Werkstoff, bei dem man prozessorientiert denken muss. Sonst ist die Komplexität nicht beherrschbar, die aus dem Einsatz entsteht. Die so geschaffene Expertise sorgt dafür, dass hier entstandene Innovationen und Systemlösungen nicht kopierbar sind.“

Ein Teppich aus LEDs

Einzigartige Lösungen stellte voriges Jahr auch die Inter­active Wear AG aus Starnberg auf der Fachmesse Techtextil in Frankfurt vor. Wer den Messestand besuchte, bekam buchstäblich vor Augen geführt, warum Kleidung in Zukunft nicht nur die Funktion haben wird, Menschen warm und trocken zu halten. Der oberbayerische Pionier für Wearable Electronics demonstrierte dem Fachpublikum die Anwendungsbandbreite einer flexiblen und robusten textilen LED-Verkabelung auf Basis der Wearable-Technologieplattform „iLightX“. So fungierte der Messestand selbst schon als Ausstellungsstück. Der ausgelegte Teppich beispielsweise mit textilintegrierten, begehbaren LEDs demonstriert enorme Flexibilität und Robustheit. Auf einem Kleiderständer waren weitere Anwendungsbeispiele zu besichtigen: An einer Workwear-Weste ließ sich die Steigerung der passiven Sicherheit durch aktiv leuch­tende Elemente studieren. Beson­ders gefragt war die Damenhandtasche, deren integrierte LED-Innenbeleuchtung mit jedem Öffnen den geheimnisvollen Inhalt in hellem Licht erstrahlen lässt. Die Interactive Wear AG ist seit Jahren auf dem Gebiet der Inte­gration elektronischer Funktionen, Komponenten und Systeme in textile Produkte tätig.

Ulrich Pfaffenberger


Artikel vom: 2012-06-21 09:32:00
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